Sonntag, 28. Februar 2021

Liebeswunder


Liebeswunder

Wie die Liebe biologisch funktioniert
Ist relativ bekannt und ihre Bedeutung
Für die Evolution die Aufzucht zu sichern
Kann als gesichert gelten auch was
Biochemisch in uns passiert ist bekannt
Die Erfahrung lehrt uns betrachten wir
Verliebte auch die zumindest zeitweise
Geistige Beeinträchtigung nicht zu
Vergessen weil Liebe halt blöd macht
Aber auch all dies Wissen wie genug
Erfahrung schützen uns nicht davor
An das Wunder der Liebe zu glauben
Das Erlebnis für einmalig zu halten
Jedesmal wieder als könnte es nicht
In zufällig anderer Konstellation auch
Genauso sein wenn wir nur wollten
Doch lässt uns das Wunder der Liebe
Sogar meinen es hinge nicht mehr
Von unserem Willen allein ab weil
In diesem einmaligen Wunder der
Harmonie und Zweisamkeit nichts
Nur willkürlich sein soll sondern
Höheren Gesetzen ewig folgend
Wer je liebte wird es kennen was
Zeigt es erleben viele so doch das
Wunder der Liebe sind nicht die
Hormone die eben anspringen
Nicht der sexuelle Reiz sondern
Der Glaube an die Einmaligkeit
Von etwas immer gleichen was
Aber auch nur Liebenden so scheint
Während der Rest milde lächelt
Freuen sich Verliebte am Wunder
Was der einzig taugliche Liebesbeweis
Immer war und ewig bleibt was
Kein Wunder ist eigentlich

jens tuengerthal 28.2.21

Blümchensex


Blümchensex

Heute wieder mit Alphonse Karr
Zur Reise um meinenen Garten
Liegend aufgebrochen wie der
Autor selbst auf der Wiese liegend
Seinen Gedanken zu dem um ihn
Wenn er Bienen und Hummeln
Summen hört wie einzelne mit
Fallschirmen bestückte Samen
Der Karotte fliegen sieht die ihn
An das Sexleben der Pflanzen
Erinnern was so vielfältig auch
Menschlicher Schlichtheit fern
Viele Wege der Begattung sucht
Neue Formen der Befriedigung findet
Damit sich auch fernstehende
Arten beglücken können kommt
Der Wind wie die Insekten zum
Einsatz die den einen Partner
Mit dem Samen des anderen
Befriedigend beglücken dann
Gibt es Blüten die in ihrem Kelch
Beide Geschlechter tragen und
Sich so intern befruchten was
Zumeist zum Fortbestand der
Art in bekannter Form führt als
Würde die weibliche Eizelle mit
Einem in der Gebärmutter erst
Produzierten Samen befruchtet
Wie befriedigend das auch wäre
Wobei auch diese unter Menschen
Strafbar inzestuöse Fortpflanzung
Nicht ewige Treue garantiert weil
Gelegentlich der Wind das gerne
Himmlisches Kind genannte Wunder
Andere Samen in die Blüte trägt
Wenn sie nicht von den langen
Beinen der besuchenden Insekten
Fielen um dann ungestört befruchtet
Neue Schönheit jenseits aller
Moralischen Vorwürfe zu zeugen
Wer in der Natur beim Blümchensex
Wen befruchtet ist nicht immer klar
Auch dadurch aber entsteht des
Gartens bunte Vielfalt jenseits aller
Eifersucht die immer nur Ausdruck
Von Besitzdenken und Selbstzweifeln
Allen Beteiligten nur Unglück bringt
Ohne dass sich darum die sonst
Gewöhnlich vermählten Pflanzen
Weniger liebten oder nicht mehr
Begatten wollten es folgt beim Sex
Im Garten eben alles seiner Natur die
Nach vielfältiger Fortpflanzung strebt
Ohne darum die Liebe infrage zu stellen
Lehrt uns der aufmerksame Blick in
Den Garten wie auf die Natur auch
Viele lächerlich menschliche Probleme
Mit Blick auf die Natur zu lösen
Nichts muss aber alles kann dort
Im Streben nach Lust und Glück

jens tuengerthal 28.2.21

Coronachaostage


Coronachaostage

Jeder möchte etwas zu Corona sagen
Wichtig scheinen wie wahrgenommen
Werden wie ein Virologe oder falls einer
Wie ein wichtigerer Virologe oder doch
Zumindest Berater der Kanzlerin sein
Oder die Ministerpräsidentinnen beraten
Bei ihrer großen Ego-Konferenz die über
Wohl und Wehe Deutschlands entscheidet
Als stünde der Untergang endgültig bevor
Wenn nicht diese oder jene Entscheidung
Zugunsten dieser Lobby getroffen würde
Kinder müssen wieder in die Schule um
Ihre Zukunft zu retten die verspielt wer sie
Nicht endlich digital unterrichtet was sonst
In vielen ärmeren Ländern klappt ist im
Industrieland Deutschland unmöglich
Einzelhandel und Gastronomie beschwören
Den totalen Untergang des Landes ohne
Endlich wieder Öffnung auch im Tourismus
Kann gar nicht sagen wie mich dieser
Stets interessegeleitete Egoismus ankotzt
Jeder für sich und alle wollen etwas das
Ganz unbedingt durchgesetzt werden muss
Fragt sich was die Friseure bezahlten für
Die überflüssige Öffnung die alles wieder
Verzögert und verschlimmert weil es an
Klarheit und Konsequenz fehlt die uns
Neuseeland vorbildlich zeigt die bisher
Am erfolgreichsten gegen die Pandemie
Vorgingen und sofort wieder bei nur
Ganz wenigen Fällen einen harten
Lockdown verhängen ohne lange
Über Zuständigkeiten zu streiten 
Fast wünsche ich mir es gäbe die
Von Covidioten beschworene Diktatur
Lange wären wir das Problem los
Stattdessen wöchentliche Achterbahn
Konkurrente Kleingeister sorgen sich
Mehr um ihre Reputation als um die
Gesundheit aller und das Überleben
Es braucht im Land nun NoCovid
Damit das Problem einheitlich gelöst
Statt weiter aufgespalten wird wie
Nun durch Regionalisierung geplant
Wollen wir nun Grenzkontrollen im Land
Zollschranken zwischen Landkreisen
Je nach zufälliger Inzidenz um damit
Die totale Inkompetenz bei der
Problembewältigung zu gestehen
Corona kann besiegt werden mit
Konsequenz und Klarheit statt dem
Ewigen hin und her was zu einer
Wachsenden Unglaubwürdigkeit führt
Möge doch bitte die Kanzlerin endlich
Führung allein übernehmen wegen
Immer noch akuter Lebensgefahr
Wir sind auf dem englischen Plateau
Bei wachsender Verbreitung der Mutanten
Einen Monat strenge Beschränkung
Ohne irgendwelche lokalen Ausnahmen
Führung durch das Kanzleramt allein
Es wäre so einfach und verständlich
Statt ewigem rumgeeiere überall weil
Jeder nur eine Ausnahme erlaubt um
Die eigene Unfähigkeit zu kaschieren
Sitzenbleiben sollten dies Jahr nur
Die Kultusminister die es verpassten
Virtuellen Unterricht zu ermöglichen
Wie eine verwirrend unklare Politik
Die monatlich Chaostage veranstaltet 
Lernen wir von Neuseeland beenden
Jede Diskussion mit klarer Führung
Dann mögen sich manche aufregen
Wenn endlich NoCovid greift werden
Diese wie alle schweigen bis dahin
Braucht es Ruhe im Land um noch
So viele Leben wie möglich zu retten
Danach kann diskutiert werden

jens tuengerthal 28.2.21

Samstag, 27. Februar 2021

Helmistimmung


Helmistimmung

Bei frühlingshaften Wetter herrscht
Am Helmholtzplatz fast wie gewohnt
Ausgelassene Stimmung und in einer
Ecke im Westen des Platzes spielen
Zwei Jazzer als wäre keine Pandemie
Menschen flanieren vorbei manche
Bleiben einen Moment stehen um
Mitzuwippen in beschwingter Laune
Der Markt räumt langsam zusammen
Laut toben die Kinder am Spielplatz
Eine rothaarige Dame die dort mit
Ihrer Freundin ich weiss nicht wohin
Will schaut einen Moment zu lang
Dem Dichter in die Augen um dann
Leicht verwirrt mit der anderen weiter
Zu ziehen wo auch immer es hingeht
Liegt schon viel Frühlingsgefühl in
Der Luft am Platz und es ist gut so
In diesem seltsamen Winter scheint
Plötzlich die Sonne und alles liebt

jens tuengerthal 27.2.21

Lebensewig


Lebensewig

Das sicherste Mittel für ein ewiges
Leben karikiert Maria Mitelli in einem
Flugblatt aus dem 17. Jahrhundert
Sei dem Tod entgegen zu blasen
So er erscheint und solange einer
Blies bliebe der Tod fern eine so
Schlichte wie weise Erkenntnis
Die zugleich beinhaltet wer nicht
Mehr pustet was keiner ewig kann
Sei unweigerlich dem Tod ausgeliefert
Da ohne Luft kein Leben ist wie wohl
Die Leserin lächelnd bestätigen kann
Die damit eingesteht logisch sterblich
Zu sein mit egal welchem Mittel auch
Was alle Scharlatane verspottet das
Grete de Francesco in ihrer Schrift
Die Macht des Charlatans die just
In der Anderen Bibliothek erschien
Als prächtig schöner Band wieder
So klug darstellt aber viel mehr noch
Lehrt uns dieser Künstler aus der
Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg
Im hohen Barock der in seiner Heimat
Bologna die Scharlatane noch auf
Den Märkten der Stadt wohl traf dass
Es ein Publikum für diesen Spott gab
Solche Stiche gut verkäuflich waren
Der Aberglaube zwar schon immer
Vom ewigen Leben schwadronierte
Aber selten mit mehr Grundlage als
Der heißen Luft die er verbreitete
Wozu eine Seele erfunden wurde
An die auch sonst vernünftige
Menschen gegen alle Natur glauben
Weil wir uns daran gewöhnt haben
Für das von was ausgedacht wurde
Vermeintlich glaubwürdige Platzhalter
Zu setzen die nüchtern betrachtet aber
Nichts als Luftblasen wie die Seele sind
Von denen materiell nie etwas blieb
Ob dieses Flugblatt mehr als Kunst
In intellektuellen Kreisen zirkulierte
Die über den Aberglauben spotteten
Oder der humorvollen Aufklärung wie
Warnung der Masse diente ist unklar
Zumindest brächte diese Absicht eine
Hohe Auflage und also mehr Geld
Für den klugen Künstler der dabei
Auch die Kirche verspottete die doch
Ewiges Leben oder Hölle versprach
Nach der sich bis heute Menschen
Mehr sehnen als irgendetwas je
Obwohl es immer schon ein völlig
Widernatürlicher Unsinn war der
Nur dazu diente Unfreiheit für die
Gläubigen so zu legitimieren was
Bis heute unter unterschiedlichen
Namen noch praktiziert wird dabei
Hat Epikur schon 200 Jahre vor
Der Zeitenwende erkannt gehabt
Es gibt keinen Grund den Tod zu
Fürchten der nie mit einem zugleich
Irgendwo ist da wer tot ist einfach
Nicht mehr ist was alles erledigt
Jede Frage dazu erledigt das Nichts
Ist ohne weiteres Interesse im Leben
Sein kann nach der Natur nur endlich
Also vergänglich sein warum der Wunsch
Nach ewigem Leben negiert was er will
Absurder Unsinn ist der alleine eine
Abhängigkeit der durch diese Lügen
Unfrei gewordenen Menschen noch
Verstetigt wobei die Frage bleibt
Wieviele Menschen zur Freiheit fähig
Oder überhaupt willens sind weil die
Masse lieber der Gewohnheit folgt
Statt frei zu denken um es zu sein
Was eben Befreiung aus der so
Verbreiteten Unmündigkeit bedeutete
Also Aufklärung im Sinne Kants zu
Der wir besser mehr Mut hätten als
Uns an den nur Hokuspokus eines 
Erdachten ewigen Lebens zu hängen
Wer ewiges Leben will muss immer
Pusten statt Luft zu holen womit
Alle Fragen zum Thema beantwortet
Das ewige Leben wäre die Hölle die
Manche erfinden um das nur dazu
Erfundene Paradies zu erreichen
Alles Leben und Sein ist endlich
Mehr brauchte es dazu noch nie
Glück ist menschlich also ebenso
Beschränkt wie alles Sein
Anderes ist nicht zu erwarten
Aber zur Freiheit genügt was ist
Jeden Moment lustvoll glücklich
Zu sein was viel ist ohne die
Hölle des ewigen Lebens der
Ein Fliegender Holländer nur
Durch sterbliche Liebe entfloh
Warum sollte das wer wollen
Lieben wir uns lieber mehr in der
Verbleibenden beschränkten Zeit
So vergänglich wie wir eben sind

jens tuengerthal 27.2.21

In Sicherheit


In Sicherheit

Sich sicher zu sein
Ist viel wert im Schatten
Unendlicher Auswahl
Möglicher Partner
Die im Netz uns erwartet
Sich spüren gehört dazu
Über alle Ferne hinweg
Fühlbare Tiefe ist
Eindringlich schön
Weil es ist was es ist
Mehr nicht aber genug
Alles zu haben was
Mit Sicherheit gut tut
Statt austauschbar
Dabei geblieben bleibt
Alles eine Frage der
Entscheidung

jens tuengerthal 27.2.21

Freitag, 26. Februar 2021

Liebesreduktion


Liebesreduktion

Was braucht die Liebe
Lässt sie sich reduzieren
Auf ein bloßes Gefühl
Was könnte mehr sein
Wagen wir weniger um
Mehr davon zu haben
Oder ist ohne Überschwang
Zu wenig was bliebe
Ist manche unmöglich
Oder kann Liebe alles
Weil sie Sein verdoppelt
Was bleibt am Ende als
Es ist was es ist

jens tuengerthal 27.2.21