Samstag, 27. Februar 2021

In Sicherheit


In Sicherheit

Sich sicher zu sein
Ist viel wert im Schatten
Unendlicher Auswahl
Möglicher Partner
Die im Netz uns erwartet
Sich spüren gehört dazu
Über alle Ferne hinweg
Fühlbare Tiefe ist
Eindringlich schön
Weil es ist was es ist
Mehr nicht aber genug
Alles zu haben was
Mit Sicherheit gut tut
Statt austauschbar
Dabei geblieben bleibt
Alles eine Frage der
Entscheidung

jens tuengerthal 27.2.21

Freitag, 26. Februar 2021

Liebesreduktion


Liebesreduktion

Was braucht die Liebe
Lässt sie sich reduzieren
Auf ein bloßes Gefühl
Was könnte mehr sein
Wagen wir weniger um
Mehr davon zu haben
Oder ist ohne Überschwang
Zu wenig was bliebe
Ist manche unmöglich
Oder kann Liebe alles
Weil sie Sein verdoppelt
Was bleibt am Ende als
Es ist was es ist

jens tuengerthal 27.2.21

Wenigmehr


Wenigmehr

Weniger ist mehr
Wurde schon lange
Zum Credo einer Ästhetik
Die sich lieber reduziert gab
Als im Überschwang noch
Zu ersticken und so wurde
Das Nichts zur Mode einer
Übersättigten Gesellschaft
Die sich gern am Konsum
Berauscht um immer mehr
Was schon lange überflüssig
Mit weniger zu kontrastieren
Was das Nichts so exklusiv
Wie teuer machte ohne dabei
Einen Wert zu schöpfen als
Die Rarität des weniger im
Strom des sonst Ramsch
Der Sonderangebote nach denen
Die Schnäppchenjäger fahnden
Deren Peinlichkeit schon sehr nah
Bei glänzenden Trainingsanzügen
Dem Unterschichtenfernsehen so
Harmonisch entspricht über das
Sich überteuertes Nichts erhebt
Um so aus weniger wie magisch
Mehr Wert zu schöpfen der aber
Nur ein gut verkäuflicher Hauch
Von Nichts ist der etwas sein will
Was verloren hat der das weniger
Teurer einkauft statt es zu denken
Minimalismus als Pflichtprogramm
Das den Kontrapunkt nur spielt um
Besonders und also teuer zu sein
Ist also nur ein Marketinggag der
Gut bezahlt geistig wertlos ist nur
Von der gesteuerten Funktionalität
Der erwartbaren Mitspieler zeugt
Wirklich mehr wird weniger erst
Wenn es Sein ohne Markt reduziert
Nachhaltig das was ist auf das
Konzentriert was auch bleibt
Dessen Fußabdruck spurlos ist
Im Gleichgewicht der Welten
Dem kategorischen Imperativ genügt
Gerne wertlos gebraucht aus dem
Verlorenen neues damit schöpft
Erhält statt wegwirft denn wer
Nur aussortiert um den Sperrmüll
Zugunsten ästhetischer Ideale
Haufenweise zu überfrachten
Macht aus weniger mehr Müll
Aber nichts von bleibendem Wert
Der die Zukunft gestalten kann
Weniger kann wirklich mehr sein
Wenn mehr als Mode am Markt
Lieber mehr gedacht wird als
Nur Vergangenheit wegzuwerfen
Die der Schlüssel zur Zukunft ist
Aus Kenntnis der Geschichte
So erfordert es viel Nachdenken
Damit weniger bleibend mehr ist

jens tuengerthal 26.2.21

Mussfrei


Mussfrei

Viele meinen etwas zu müssen
Stehen dafür ständig unter Strom
Nennen es dann Stress von dem
Sie sich mit Freizeitbeschäftigung
Ablenken damit keine Langeweile
Aufkommt sind sie total verplant
Weil sie was erleben wollen was
Mit sich alleine wohl nicht passierte
Verstehe das Bedürfnis nach einer
Geistigen Beschäftigung sehr gut
Ohne gute Bücher würde ich wohl
Verrückt werden soweit ich das
Nicht am Durchschnitt gemessen
Ohnehin schon bin aber leicht
Entrückt lässt sich der Wahnsinn
Wesentlich gelassener ertragen
Denke ich lächelnd dabei
Die Vorstellung einen Tag mit
Beschäftigungen zu füllen welche
Die Zeit zum Lesen raubte wäre
Ein Graus der mich stresste zumal
Tage ohnehin mit Nichtigkeiten 
Schon längst genug gefüllt sind
Der Rückzug in die Bibliothek
Wie ihn Montaigne uns vorlebte
Der die Politik hinter sich ließ
Obwohl gewählter Bürgermeister
Ist da der erste Schritt zum Glück
Nichts zu müssen beginnt mit der
Fähigkeit weniger zu wollen die
Von vielen Zwängen befreit was
Das Fundament echter Freiheit ist
Die also im Kopf anfängt womit
Eine Relativierung aller Zwänge
Einhergeht die einen völlig neuen
Blick auf die Welt eröffnet was
Im unsteten Wirtschaftsleben einen
Hohen Preis hat aber der beste
Weg ist Gelassenheit zu üben
Wozu der absolute Vergleich
Dass alles Leben endlich ist
Die beste Basis mir gibt denn
Was ist gemessen an der ganz
Natürlichen Endlichkeit des Seins
Noch der Aufregung wirklich wert
So trainierte die Pandemie mich
Der familiär cholerisch belastet ist
Mehr in Gelassenheit als je zuvor
Was mir die Freiheit schenkt nicht
Länger Sklave meines Temperaments
Bis zur oft Lächerlichkeit zu sein was
Ein ungeahnt großer Gewinn ist um
Das Leben selbstbestimmt und also
Aufgeklärt leben zu können was wer
Sklave seiner oder fremder Launen ist
Niemals könnte und also unmündig
Im Sinne kantscher Aufklärung bliebe
Weniger zu brauchen und zu wollen
Mehr zu genießen was ist scheint mir
Die größtmögliche Freiheit die fast
Buddhistisch schon anmutet ohne sich
Östlicher Mystik dazu anheimzugeben
Oder ein Leben über dem Leben noch
Erfinden zu wollen schaue ich heute
Gelassen aus dem Bücherturm auf
Das eigene Leben und finde es so
Reich an Liebe und Glück schon
Dass nichts mehr noch sein muss
Zufrieden zu genießen was ist die
Höchste Kunst im Lernen mir scheint
Die wirklich das Leben liebt weil alles
Gut so ist wie es ist ohne sich noch
Über Kleinigkeiten aufregen zu wollen
Wie lange auch immer ich noch
Zu leben habe kann ich schon jetzt
Sagen es war gut so und nichts muss
Manchmal nur verwirrt mich die Liebe
Die immer etwas zu müssen meint statt
Sich dem was ist einfach hinzugeben
Um glücklich zu bleiben dahingestellt
Ob dies Streben eher weiblich ist
Genügt Zufriedenheit für immer

jens tuengerthal 26.2.21

Donnerstag, 25. Februar 2021

Liebesgelassen


Liebesgelassen

Hab mein Leben lang immer
Die Richtige gesucht ohne je
Erfolgreich dabei zu sein
Denn wenn fand mich die Liebe
Wenn ich sie am wenigsten
Irgendwo erwartet habe
Große wie kleine Lieben
Eine Frau rumkriegen war
Noch nie meins aber dafür
Hab ich mich immer wieder
Gern entdecken lassen von
Vielen wunderbaren Frauen
Die dann ein wenig so taten
Als überlegten sie noch ob
Oder müssten überredet werden
Das uralte ewige Spiel halt
Bleibt unemanzipiert lächerlich
Aber gehört scheinbar dazu
Darauf danach angesprochen
Sagten die meisten klar wollte ich
Wusste es sofort als ich dich sah
Oder ähnlich austauschbare Floskeln
Aber wollten sich lange bitten lassen
Verzögerten es teils um Wochen
Weil sie sonst ja nichts wert wären
Was ich von ihnen denken würde
Und so setzte sich das Bild fest
Frau macht gerne kompliziert was
Einfach glücklich machte auch
Wenn sie dadurch manches wohl
Verspielt wird dies als tolerabler
Kollateralschaden abgetan vor allem
Wer sich nicht bemühe bliebe nicht
Vermutlich denke ich inzwischen
Historisch ethnologisch die Liebe
Betrachtend ist es noch ein wohl
Überbleibsel aus der Zeit als Frau
Noch Versorger suchte die sie
Zur Sicherheit in der Wildnis brauchte
Vor allem liebten wir wesentlich länger
Unter solchen Umständen als es eine
Zivilisation überhaupt schon gibt aber
Der Kern aller Zivilisation die Familie
Als Basis von Lust und Liebe wie
Fortpflanzung existierte auch dort
Viel spricht dafür dass dieses Leben
Mit der Natur unsere Riten prägte die
Bis heute Folge der Anpassung sind
Auf die aktueller Aberglaube nur seine
Normen entsprechend aufsetzte um so
Als ganz natürlich akzeptiert zu werden
Was dies absurde weibliche Verhalten
Wie die Entsprechung bei uns Männern
Sich entwickeln ließ weil damit der
Vermeintliche Eroberer seine Kraft
Zum Überleben in der Wildnis zeigte
Und so stehen vor dem Sex nicht nur
Der Konvention geschuldete Rituale
Sondern Gewohnheiten die uns die
Natur anerzog damit die Weibchen
Ein geeignetes Männchen aussuchen
Aber diesen ganzen so zumindest als
Teil unserer Natur verständlichen Unsinn
Einmal beiseite gelassen stelle ich fest
Erobert haben mich Frauen die genau
Das auch wollten bis es beiden reichte
Was die eine früher der andere später
Merkte oder auch umgekehrt aber 
Irgendwann beide genau wussten
Nicht immer ohne alle Dramen aber
Was wäre die Liebe auch lauwarm
Doch bleibt bei allen Begegnungen
Die länger als eine Nacht andauerten
Welche hier nicht gezählt seien was
Wen auch immer dabei motivierte
Sind sie doch weniger von Liebe
Getragen als von Lust warum auch
Die Spiele der Verzögerung wegfallen
Welche zwar überflüssig sind aber
Auch stark stimulierend wirken dabei
Ist das Verhältnis von eigener Lust
Zum dabei Schauspiel umgekehrt
Proportional will heißen besonders
Viel Verzögerung als aufgeilendes
Mittel des Marktes reizte zwar oft
Viel mehr aber hielt selten was es
Dabei versprach was sich aber
Keiner der lange wartete gestand
Wer dagegen Spaß daran hat
Kommt schnell ohne Umwege
Zur Sache und ist auch emotional
Klar statt langer Umwege noch
Was das Leben enorm erleichtert
Diesen Versen auch gut täte da
Weitere Verzögerung dazu führt
Den Faden zu verlieren zumindest
Bei der geschätzten Leserin auf die
Es ja in allem ankommt denn sie
Wählt und entscheidet wie wir es
Aus der Natur kennen wo dazu
Bereite Weibchen Botenstoffen
Aussenden und im Trieb sind wir
Nicht wirklich weiter entwickelt
Auch wenn wir um die Liebe gern
Viel Hokuspokus noch machen
Es geht der Natur nach darum
Einen Partner zu finden mit dem ich
Für Fortpflanzung wie Aufzucht
Also über Jahre eine Höhle teilen
Kann und will was guter Prüfung
Bedarf und da insoweit die Damen
Nach ihrer Natur schon wissen
Was sie wollen lass ich sie nun
Um bei Bedarf einen Moment den
Kampf um meine Frau zu spielen
Nachdem sie mich ausgewählt hat
Dabei dient die Verzögerung ganz
Nach unserer Natur der Prüfung
Ob der Bewerber interessant ist
Auf all diesem Theater beruhen
Die Schwüre von ewiger Liebe
Dem nach der Evolution wohl
Geeigneten Mittel die Aufzucht
Optimal zu gewährleisten was
Die schreckliche Romantik ganz
Gegen den Geist der Aufklärung
Daraus machte ist etwas anderes
Wir leiden bis heute darunter 
Dazu gäbe es viel noch zu sagen
Aber in fortgeschrittener Nacht
Scheint auch dies entbehrlich
Am Ende bleibt mir in Erinnerung
Die es wollten taten was dafür
Alles andere war noch stets
Vergebene Liebesmüh und also
Eher viel Lärm um nichts denn
Nur was wirklich will kommt auch
Wer lang verzögert fürchtet ohne
Diesen Reiz wenig zu bieten zu
Haben und hat damit meist recht
Jedenfalls lohnte die Mühe nie
Was wirklich lohnt kommt auch
Gelassenheit dabei erhöht noch
Den Reiz für die andere wohl
Da ich nun weder jagen will
Noch mich fortpflanzen muss
Kann ich in Ruhe abwarten
Weil die Richtige kommt allein
Wenn nicht ist sie es nicht
Alles andere macht die Natur
Wie es ihr am besten gefällt
Trinke Tee lese und warte ab
Dankbar mit Gelassenheit

jens tuengerthal 25.2.21

Zungentaucher


Zungentaucher

Was bleibt von der Lust in der
Ewigen Einsamkeit des Lockdown
Als Gedanken voller Lust zur
Einen oder anderen unerreichbaren
Schönen die Traumgestalt bleibt
So nah und fern in nur Versen
Die zwischen den Zeilen verhallen
Tauchte nun zu gerne mit meiner
Zunge zwischen deine vor Lust
Vollen Lippen hier wie dort ganz
Hier oben beginnend um sich im
Innigen Kuss verschlungen ganz
Schon zu fühlen wanderte ich
Voller Lust dennoch verzögert
Um die Vorfreude zu steigern
Deinen Hals hinab um über deinen
Vollkommenen Busen den ich innig
Zart aber fest liebkoste hinab über
Deinen schönen Bauch zu dem
Feinen Streifen zu schlecken den
Hinab es den Venushügel hinauf
Mit zitternder Zunge ging um dann
In rasanter Abfahrt über deine glatten
Lippen ich mich dort in dich stürzte
Dann langsam deine Lust schon
Ein wenig schlürfend ich auftauchend
Zum Perlentaucher deines Zentrums
Wurde was die Zunge langsam lustvoll
Umspielt bis es so wachsend zum
Quell von immer mehr Freude wird
Die ich dich tiefer und tiefer noch
Streichelnd immer inniger spürte
Bis du zum ersten mal überläufst
Vor Freude schon bebend die sich
Dann endlich ganz vereint noch
Zur geteilten höchsten steigerte
Nach wir uns selig in die Arme
Sanken in meinen Gedanken
Vielleicht spürst du sie hier wie dort

jens tuengerthal 25.2.21

Verjährungsfreude


Verjährungsfreude

Las heute die Vorwürfe gegen
Beckenbauer und Zwanziger
Wegen der deutschen WM 2006
Seien verjährt und dachte nur
Wie gut sollen sie doch den
Inzwischen alten kranken Mann 
Einfach in Ruhe lassen weil
Das Land seine Freude hatte
Ein positives Bild von Deutschen
Die Fahnen schwenken und feiern
In die Welt schickte was schon
Nach unserer Geschichte wertvoll
Genug wäre es gut sein zu lassen
Auch wenn sie wen bestachen
Weil die FIFA eben bestechlich ist
Was niemanden riesig überrascht
Es geht schließlich um Fußball
Finde ich es gut es jetzt auch mal
Gut sein zu lassen egal was war
Weil alles seine Zeit hat außer
Mord der nie verjährt warum auch
Täter des Holocaust noch immer
Verfolgt werden können was nur
Gerecht scheint weil ihre Taten
Leben für immer beendeten
Aber davon abgesehen finde ich
Verjährung ganz wunderbar
Alles geht von alleine vorbei
Durch Nichtstun wird alles gut
Weil alles irgendwann verjährt
Weniger wollen und viel mehr
Geschehen lassen wie es kommt
Zeugt von großer Gelassenheit
Die das Leben schöner macht
Vor allem nachhaltig wirkt weil
Wir merken wie gut es uns geht
Ohne Druck und Erwartung weil
Nichts der Aufregung wert ist
Alles Gute kommt von alleine
Das übrige verjährt irgendwann
Manches kommt wieder wie
Anderes für immer verschwindet
Was keinen Gedanken wert mehr
Es ist ja nicht mehr da und alles
Verjährt irgendwann wird also
Mit der Zeit quasi belanglos
Denke ich und lasse mir Zeit
So hat der alte Beckenbauer
Der Weltmeister wurde als ich
Ein Kind noch war mir heute mit
Seiner Verjährung gute Gedanken
Zur Gelassenheit geschenkt die
Erfüllend glücklich machen weil
Die Zeit ohnehin alles regelt
Sicher ist nur das Leben endet
Bis dahin abwarten und genießen
Ist genug zu würdigen was ist
Die Natur wird uns von alleine
Bewegen wenn ihr danach ist
Wie wir uns mit und in ihr aber
Ein wenig innehalten um auf
Verjährung zu warten tut gut
Im ganzen Lärm dieser Welt

jens tuengerthal 25.2.21