Montag, 23. Juni 2014

B Gruppenendspiel

Die Niederlande kämpfen gegen Chile um Platz 1 in der Gruppe und Spanien gegen die Australier um die nur noch Ehre. In der 34. Minute schon gehen die Spanier in Führung, die ihr Team komplett umstellten, während die Niederländer mit den Chilenen noch kämpfen, auch wenn Robben einiges gelingt, aber da ist er mal nicht egoistisch genug und schon verfliegt die Chance wieder. Dann beim nächsten Versuch liegt der großartige Niederländer einen 50m Sprint hin, macht es allein und verfehlt in der atemberaubenden Szene leider knapp. Da stürmt Chile nach Freistoß in den Strafraum, kommt zum Kopfball und verfehlt etwas unglücklich knapp. Der niederländische Konter endet mit Stürmerfoul direkt vor dem chilenischen Tor. Dennoch wirken die Chilenen leicht überlegen, aber es treffen sich jedenfalls zwei sehr starke Mannschaften und kämpfen bis zur Pause.

Nachdem die Niederländer mit viel Glück einen Elfmeter durch Foul des Torwarts gerade noch verpassen, gibt es kurz danach doch noch Gelb. Es bleibt spannend im Hin und Her. Chile wechselt nochmal, stellt sich die Frage, ob sich die beiden 0:0 trennen wollen. Währenddessen schiebt Torres in der 69. Minute nach Gedankenblitz von Iniesta, der zum Pass wurde, zum 2:0 ein, nachdem sie vorher stark gegen die stärker werdenden Australier nachgelassen hat, aber es geht ja nur um die Ehre. Währenddessen verursacht Robben noch einen kleinen Fehlpass nach Wechseln dort. In der 76. Minute, zwei Minuten nach seiner Einwechslung, schießen die Niederländer ein geniales Tor und führen nun 1:0. Nun machen die Spanier das 3:0 und retten zumindest ihre Ehre, die doch sehr angekratzt war beim vorherigen Weltmeister, der nun an den Australiern sein Mütchen kühlt. Die Niederlande zeigen sich nun auch aus der Defensive stark. Dann noch ein riesiger Konter der Niederländer bei der sich von Robbens Klasse im Sprint zeigt, nachdem er die Vorlage zum 2:0 gibt, das nur noch eingeschoben werden muss. Ganz großer Fußball und der Gruppensieg ist den Niederländern somit sicher. Das Spiel ist aus und die Niederlande zeigen sich am Ende als großer Favorit und verdienter Gruppensieger, der aber sichtbar nicht unbesiegbar ist. Auch Chile bleibt aktuell und spannend wird das dann mögliche Zusammentreffen mit womöglich Brasilien im Achtelfinale.
jt 23.6.14

Sonntag, 22. Juni 2014

Amerika portugiesisch

Nach der ersten Hälfte führt Portugal mit 0:1 nach einem frühen Tor in der 8. Minute und hätte kurz vor der Pause beinahe noch diese Führung ausgebaut, die nur durch eine riesige Tat des amerikanischen Torwarts verhindert wurde, während sich die Amerikaner eher bemühten als wirklich etwas zun erreichen.

Die zweite Hälfte beginnt mit einem guten Angriff der Portugiesen auf den ein schneller Konter der Amerikaner folgt und es geht schnell hin und her. Dann ein Eckball für Portugal, dem ein schneller Konter folgt, den die Amerikaner aber zu langsam spielen, warum er schnell endet. Ein neuer Konter der Amerikaner nach vorigem Gewühle im amerikanischen Strafraum endet nach zu langem Pass. Ein riesiger Angriff der Amerikaner mit Nachschuss wird gerade noch vcn portugiesischem Abwehrspieler auf der Linie gerettet, noch gerade Glück gehabt. Nun passen sich die Portugiesen gen amerikanischen Torraum, sehr schön mit viel Tiki Taka und endet dann im Abseits, woraufhin der amerikanische Torwartglatzkopf mit Vollbart den Ball übernimmt und der neue Versuch der Amerikaner endet schnell wieder. Nun wieder die Amerikaner mit mehreren Versuchen im Strafraum schon, die aber gerade noch abgewehrt werden, worauf ein eher wirkungsloser Konter der Portugiesen folgt. Wieder flitzen die Amis gen portugiesisches Tor werden aber schnell ausgebremst, bevor es gefährlich wird. Blitzschnell kontert Portugal mit Ronaldo und schießt knapp drüber bei riesiger Chance. Auf die im rasenden Wechsel nun eine Ecke für die USA folgt, mit einem Fernschuss wird sie dann überraschend doch noch zum Tor und es steht 1:1. Der Schuß aus rund 18m Entfernung ins linke Eck für den Torwart nicht zu sehen, ein Traumtor. Nun müssen die Portugießen kämpfen, denn bei dieser Ausgangslage würden Deutschland wie den USA je ein Punkt genügen.

Sofort auf den Anstoß folgt eine riesige Chance der Portugiesen, die der amerikanische Torhüter gerade noch so abwehrt. Gleich folgt eine portugiesische kurz gespielte Ecke, die aber infolge Abseits nichts einbringt. Währenddessen wechseln die Portugiesen nochmal und beide kämpfen weiter um jeden Meter. Die USA wechseln nun auch. Dann wieder eine Chance für Portugal zu der ein wohl doch ziemlich fitter Ronaldo vor spurtet aber schon im Abseits ist und daher nichts erreicht, sonst wäre es mehr als gefährlich werden. Nani versucht sehr billig einen Elfmeter zu erreichen und erntet nur Spott. Nun eine Gelbe Karte gegen die USA nach bösem Foul, das zu Freistoß aus guter Distanz führt, der aufgrund eines nun portugiesischen Stürmerfouls nichts einbringt. Die Rettungstat eines Amerikaners führt zu seiner Verletzung, aber er kommt noch um die oragene brasilianische Wanne herum und humpelt vom Platz, kehrt aber bald wieder zurück. Die Portugiesen greifen weiter an, aber ohne echten Erfolg, jeder zweite Pass bleibt in den amerikanischen Reihen hängen. Dann probiert es mal wieder Nani aus der Distanz und wieder weit drüber. Noch zehn Minuten und Deutschland und Amerika genügt am Donnerstag schon ein unentschieden. Dann wieder ein starker Angriff mit zwei Schussversuchen und beim dritten schließlich verwandeln die Amerikaner durch geniale Flanke, es steht nun 2:1. Nun bleiben Portugal noch 6 Minuten ein Ausscheiden zu vermeiden. In diesem Spiel werden sogar die Schiedsrichter gelobt. Nun kommen in der Verletzungspause die Bilder des euphorisch hüpfenden Klinsmann. Schon wieder ein amerikanischer Sprint der nur mit einem Foul seitlich des Strafraums beendet werden kann, das aber nicht geahndet wird. Portugal kämpft nochmal und Ronaldo spurtet los aber ohne Folgen. Dann ein Freistoß durch Ronaldo, der zunächst zu nichts führt und dann im weiteren Spiel beinahe doch hineingegangen wäre. Es bleiben noch vier Minuten bis Portugal nachhause fahren kann und Deutschland mindestens bis Donnerstag die Tabellenführung verlieren. Wieder eine kleine Chance für Portugal aber ohne Folgen. Dann noch eine und Ronaldo versucht es mit dem Kopf, nur eben einen Meter vorbei. Noch ein Versuch von Alves mit Fallrückzieher von der Seite, der aber im Außennetz landet. Klinsmann wechselt nochmal für die letzten Sekunden. Aber noch gibt es 5 Minuten Nachspielzeit. Noch drei Minuten und die Amerikaner stören jeden Versuch. Dann wieder Ronaldo und er köpft einen Meter vorbei. Dann eine grandiose Flanke von Ronaldo die zum Kopfball führt und dann köpft der Empfänger ein, es steht 2:2 in der 92. Minute und es ist zu Ende.
jt 23.6.14

Samstag, 14. Juni 2014

Geschlechterverhältnisse

Über das Verhältnis von Mann und Frau, oder das der Geschlechter zu schreiben, die ein solches miteinander haben, das wievielte sie dabei auch immer sind, als solches und überhaupt, wirft ein völlig anderes Licht auf den sonst lieber mit den Mitteln der Lyrik behandelten Gegenstand, da diese im gefährlichen sich künstlerisch ins Ungewisse spielerisch flüchten kann, während uns die strenge Prosa zu relativer Nüchternheit beim doch aufregenden Gegenstand zwingt.

Darum ist es gut, möglichst systematisch vorzugehen, die Grundlagen vorab zu klären, etwa die Frage, des warum überhaupt oder des ob und wie oft vielleicht auch, da manche Frequenz auch deutlich inhaltliche Auswirkungen haben kann, wie ich erst jüngst an den Nachbarn bemerken durfte, bei denen sich zwar mit zunehmender Zahl scheinbar nicht ihre Leidenschaft minderte, aber doch die Sache an sich etwas mechanisch wurde, was schon viel über die Natur des Verhältnisses verraten könnte, aber wir wollen uns nicht vorgreifen, nichts schneller schreiben, als wir zu erklären versuchen, das Tempo der Gedanken lassen wir dabei mal außen vor, es verwirrte nur Außenstehende für die immer Lichtgeschwindigkeit eine fixe Größe außer dem Menschen war.

Als dem schönen Geschlecht zugetaner, was immer das nun wem ist, auch so eine altmodische Vokabel, die aber aus meinem beschränkten Horizont immer noch einen gewissen Sinn hat, denn ich finde Männer einfach nicht schön und wenn interessiert mich das Verhältnis unseres Geschlechtes nicht, liegt mir alles übrige zum Geschlecht dort fern und das bis dato einzige Geschlecht, das ich mit fortdauernder Leidenschaft gern betrachte, ist immer noch das weibliche - sowohl dieses als solches, als auch eingepackt und mit üblichen Rüschen des Feuerwerks der Reize versehen, frage ich mich, was dies ausmacht. Dabei geht es auch in der konkreten Betrachtung mir nie um ästhetische Vergleichsmaßstäbe - etwa, warum ist diese Schamlippenform schöner, warum ist es beim Sex auch schön, wenn die inneren Schamlippen größer sind als die äußeren und warum machen sich Frauen von ihrem Geschlecht und dem Blick der Männer auf dieses so oft ein falsches Bild.

Zugegeben haben mich, von hoch erregter Erwartung gespannt, die ersten male enttäuscht - es war weder glatt, wie die Kindheitserinnerungen an zärtliche Cousinen oder Sandkastenfreundinnnen, noch haarlos, was ja logisch war und gut so ist, noch geschlossen oder auf den ersten Blick erkennbar erregt, wie ich dachte. Während mein Einsatzgerät im Streben nach sexueller Berfriedigung im Falle seiner Bedürftigkeit noch weit von mir stand, das Glied sich versteifte, trocken abstand, wusste ich mit seinem Gegenüber zunächst wenig anzufangen und die beteiligten auch noch sehr jungen Damen, eben gleichaltrig damals, was immer sie heute sind, konnten mir auch keine vernünftige Erklärung für den artgerechten Umgang meist liefern - die direkte Frage verbat sich, da es unter uns Männern dummerweise von Anfang an üblich war, sich möglichst erfahren zu geben, auch wenn keiner eine wirkliche Ahnung hatte, geschweige denn wusste, worauf es für den weiblichen Orgasmus ankam.

Ein wenig anders als hier normal beschrieben war es dann bei mir doch, zumindest beim ersten Mal, insofern damals, ich war gerade 12 meine ich, wir waren bei dem Freund meines damals besten Freundes zu Gast, der mittlerweile auch schon an Drogen gestorben ist, was aber zur Geschichte nichts weiter beiträgt als die Randnotiz, Sex, Drugs and Rock’n Roll. Der Freund hatte einen großen Bruder, der rund zehn Jahre oder so älter, gerade sein Abitur gemacht hat, vor der Einberufung stand, eine wilde Fete feierte im Haus der abwesenden Eltern in dem er auf seinen kleinen Bruder aufpassen sollte. Der Kleine war noch ein halbes Jahr älter als mein damalig bester Freund Florian H., aber  wir drei waren noch ziemlich unerfahren mit richtigen Festen und freuten uns, heimlich dabei zu sein, während sich die Großen besoffen, wir nippten glaube ich noch eher, ihre Joints rauchten und überhaupt. Natürlich waren wir besonders erfahren, im so tun als ob. Der Bruder des Freundes nun hatte eine Freundin, vielleicht ein oder zwei Jahre jünger als dieser, knapp über 18 also, in meinen Augen wunderschön, ein unerreichbarer Traum, über den ich lieber gar nicht nachdachte -  insofern keine Mädels in unserem Alter da waren, nur einige so ab 15, aber die interessierten sich noch weniger für die Jungens als die Freundin des großen Bruders - die allerdings auch nicht wirklich, auch wenn sie anfänglich noch höflich einige Worte mit uns gewechselt hatte. Irgendwann war der Bruder verschwunden,  mit zwei anderen natürlich auch wunderschönen Mädels im Stil der frühen 80er in Deutschlands westlicher Provinz.

Mein Freund Florian H und sein Freund Christoph verschwanden auch plötzlich für einen Moment, sie hatten vorher getuschelt. War jetzt völlig hin und hergerissen zwischen dem obligatorischen Cool-Tun und der gefühlten Einsamkeit oder Deplatziertheit an diesem Ort - ich hätte ja einfach gehen können. Tat es nicht, saß weiter herum, harrte der Dinge, die da kamen und tat nichts zielführendes, außer mich fragen, was ich hier sollte, keine Absicht verfolgen, jede Hoffnung aufgegeben, saß ich nur da, als ich plötzlich Katja bemerkte, die Freundin des großen Bruders, sie hockte etwas abseits, hatte die Hände vorm Gesicht und ich fragte mich, ob ihr vielleicht übel wäre, oder sie Hilfe brauchte. Als damals bereits jahrelang Jugendfeuerwehrmann, hatte ich den Blick für Einsätze und Not und auch wenn ihr weder schlecht war, noch sie die falschen Drogen zuviel konsumiert hatte, diesmal war der Einsatz völlig ahnungsloser Hilfsbereitschaft mehr als zielführend.

Sie heulte einfach und war verzweifelt weil ihr Typ sie mit zwei Mädels betrog, auch wenn sie wusste, dass er völlig berauscht, sich mutmaßlich am nächsten Tag an nichts erinnerte - waren die Feste wirklich so wild in dem kleinen Ort, nördlich von Frankfurt, Provinz am Rande der Wetterau, oder mische ich nun den Berliner Alltag in die Erinnerung - ich weiß es nicht und es ist auch für das weitere, um das es hier geht, warum dieser anekdotische Ausflug überhaupt gemacht wird, auch weniger relevant, als was nun passierte. Sie heulte und das war ihr so peinlich vor mir, wie mir, sie dabei gestört zu haben und ich wollte sie nur trösten, entschuldigte mich, griff ungeschickt nach ihrem Kopf, landete mit der Hand im Gesicht und da geschah es - was mir bisher eher theoretisch bekannt war - sie schmiegte sich an meine Hand und küsste sie, was ja an sich noch nichts wäre, die Art wie sie es tat aber, machte es zu viel mehr. Details des weiteren Verlaufs kann ich auch nicht mehr so genau erinnern, wir küssten uns intensiv, ihre Hand lag plötzlich zwischen meinen Beinen und öffnete meine Hose und ich dachte nun sollte ich wohl das gleiche tun, wenn ich mich auch besorgt und noch völlig unerfahren fragte, wie und wie bloß möglichst cool und gelassen - nun weder noch gelang, ich bekam zuerst den Gürtel nicht auf, wäre vor Scham fast im Boden versunken, hätten wir nicht längst auf diesem gelegen, sie lachte nur darüber und machte es selbst, und ich fragte mich nun, wie ich mein nur sehr theoretisches Bravowissen und die noch unerotischeren Erläuterungen aus den medizinischen Lehrbüchern meines Vaters in die Praxis umsetzen sollte. Ich hatte keine Ahung, wusste nicht, was sie wollte und von mir erwartete, wollte um so entschlossener wirken und nahm also meine jungfräulich geballte Männlichkeit zusammen und stieß ihr meinen Mittelfinger mitten in den noch halb bekleideten Schoß, wobei mich Unterhose und Ihre Hose behinderten - oder trug sie einen Mini - ich weiß es nicht mehr - jedenfalls war sie sichtlich beeindruckt von meiner Entschlossenheit, gab sich zumindest so und ihrer Lust auf meinem Finger einige winzige Momente stöhnend hin und ich dachte schon, nun hätte ich den Bogen raus, ich sei wohl ein Naturtalent, hätte auf Anhieb den ominösen G-Punkt oder was auch immer getroffen, ohne das ich noch ahnte, wie es jetzt weitergehen sollte.

Es sollte Jahre dauern, bis ich begriff, dass diese erste Reaktion erstmal wenig zu sagen hat, es Zeit braucht gute Lust zu entwickeln und der schnelle Griff nur schnell ist, selten viel hinterlässt.

Zumindest hatte ich eine gute Lehrerin, sechs Jahre älter, in meinen Augen wunderschön, nicht in mich verliebt, sondern aus technischen Gründen mit mir bei der Sache, sie nahm dann auch meine Hand, die noch nicht recht wusste wie, zog sie wieder aus sich heraus, legte sie auf ihren Schamhügel und meinen verwirrten Blick richtig deutend, säuselte sie irgendwas von … meine Klit will auch ein wenig. Der Rest der Geschichte ist vorstellbar - wir schliefen zusammen, sie war wirklich lieb mit mir, allzu erregend vermutlich nicht mit dem Knaben aber tat doch so,  ob sie wirklich kam, könnte ich heute vielleicht beurteilen, damals sicher nicht, war aber schon stolz wie Oskar gewesen, dass ich sie gefragt hatte, ob ich aufpassen muss, worauf sie lächelnd geantwortet hatte, ich könne ganz unbesorgt sein - nun, es war Anfang der 80er und es war das erste mal.

Dass mir diese Frage einfiel, ist übrigens eine nette fast literarische Anekdote - ich hatte einmal, als meine Eltern mutmaßlich im Theater weilten, meine kleinen Schwestern schliefen, verbotenerweise fern gesehen und war dabei auf die Blechtrommel gestoßen, jene eklig teilweise erotische Schlöndorfverfilmung, die damals im öffentlich rechtlichen Fernsehen lief, ein anderes gab es ja auch nicht. Bei der Szene mit dem Brausepulver am Strand, als Oskar vermeintlich sein Kindermädchen schwängert, habe ich angefangen an mir herumzuspielen, bei der Szene in der Oskars Vater das Mädchen halb vergewaltigt, zumindest so kommt, wie er nicht sollte, kam es mir auch zum ersten mal bewußt, ein halbes Jahr vor jener Nacht war das gewesen und seitdem hatte ich mit mir allein zumindest schon einiges an Erfahrung gewonnen. Die sich auf dem Fest bietende erste Gelegenheit einer praktischen Anwendung machte mich stolz wie - wie passend in dem Kontext - Oskar und so überlegte ich bald danach, wie ich unter Wahrung des ihr gegebenen Versprechens völliger Verschwiegenheit, möglichst gelassen mit diesem Erlebnis im Freundeskreis prahlen könnte - ich tat es nicht oder erst viel später, als die Tat längst verjährt war, ich andere Erfahrungen hatte, weil mir keine Rechtvertigung einfiel das Versprechen gegenüber der Geliebten einer Nacht zu brechen. Diese seltsam, ritterlichen Ehrbegriffe begleiten mich bis heute und führen zu teilweise absurden Salti, auch wenn es nun über dreißig Jahre her ist dies erste mal.

Spannender wird nun, was aus dieser kleinen Anekdote zu verallgemeinern ist und was sie für das Verhältnis von Mann und Frau bedeuten, insofern ich ja nun in die Mysterien unter zugegeben etwas ungewöhnlichen Umständen eingeführt worden war, sollten mir, dachte ich alle Tore offen stehen und das weitere seinen Lauf nehmen, wie es die Natur vorsah, ich wusste, wie es geht, wusste, ich konnte, wenn es darauf ankam und konnte es mit etwas gelassener Selbstsicherheit angehen.

Das nächste mal dauerte dann doch noch einige Jahre, sehen wir von kürzeren Versuchen und Ausflügen in mehr oder weniger peinlichen Situationen ab. Belas mich weiter im Rahmen meiner Möglichkeiten, allerdings standen mir damals noch nicht die hier unendlichen Möglichkeiten des Internets offen, auch wenn wir teilweise unter Freunden schon mal vergammelte Pornoheftchen, die wer im Wald oder beim Vater gefunden hatte, herumreichten, blieb die Erfahrung zum Verhältnis der Geschlechter lange nur theoretisch, bis auf harmlose Küsse oder ein scheues Fummeln zwischen Büschen, das allerdings nicht die bereits erlebte Bereitwilligkeit sofort freisetzte und so wuchsen mit der Zeit wieder die Zweifel, ob ich es denn richtig machte, was das sicherste Rezept zum Misslingen war. So gab ich mich mit dann 15 meiner noch 13jährigen Freundin gegenüber, für die es das erste mal und sehr aufregend war, sehr gelassen und erfahren, auch wenn ich vom Umgang mit den notwendigen Kondomen noch keine Ahnung hatte und zwischen dem Versuch es stolz zu beginnen und der der schließlich vollständigen Einkleidung kostbare und peinliche Minuten vergingen, die vorher stolze Größe eher kümmerlich werden ließ. So waren die ersten male für sie, die angespannt war, schmerzvoller als nötig, für mich peinlich, da eher eine traurige Gestalt bietend und im Ergebnis selten der erträumte Genuß. Wäre ich ein eher vernunft- als triebgesteuertes Wesen gewesen, hätte ich es damals wohl für erledigt erklärt und mich gefragt, warum es alle so toll fanden, denn meist war es weniger toll, selten zärtlich als bemüht, etwas verkrampft und mit Scham von beiden Seiten verbunden, über die wir nicht offen redeten, weil wir es nicht konnten, es uns keiner erklärt hatte, dass es nicht gutgehen muss, wir es auch lassen können, wenn es keinen Spaß macht und ein erfolgreiches Ende nicht nur im erledigten Orgasmus besteht, aber dazu waren wir zu jung und nach knapp einem Jahr erledigte sich dies durch Wegzug meinerseits von alleine. Vielleicht sollten Eltern oder erfahrene Freunde mit den Kindern ihre Erfahrungen teilen, damit wir schneller merken, was am Sex schön ist und worauf es ankommt, damit beide genießen können. Unklar ist noch, ob auch diese frühen Probleme am eben Verhältnis der Geschlechter lagen.

Von einer deutlich älteren Frau eingeführt in die Mysterien, die, wie ich aus heutiger Sicht sagen würde, gar keine sind, sondern nur Gelassenheit und ein wenig Erfahrung brauchen, die eben nur die Zeit bringt, da es für Frauen und wohl auch nicht für Männer das Geheimrezept gibt oder den Zauberpunkt, dessen Berührung ausreichte, alles in Gang zu setzen. Es ist, sagt die geringe Erfahrung jedenfalls, es mag in großer Masse vielleicht anders aussehen oder verschwimmen, dazu kann ich wenig sagen, nachdem ich von den Milliarden Frauen dieses Planeten vielleicht hundert diesbezüglich wenn überhaupt näher kennenlernte, wenig, was alle gemeinsam haben und es war vielmehr jedesmal anders und je ausgefeilter die Taktik, desto schiefer ging es meist, warum ich irgendwann aus Erfahrung, wenn auch nicht klug, so doch zumindest geläutert, völlig planlos wurde dabei, den Dingen ihren Lauf ließ und je schaute, was war. Seitdem zumindest habe ich aufgehört über den richtigen Weg Gedanken zu machen oder nach dem richtigen Punkt zur Berührung zu suchen und auch wenn diese Planlosigkeit keine Erfolgsgarantie gibt, genausowenig wie es einer der Pläne tat, ist die Erfolgsquote doch wesentlich höher und das Scheitern kann gelassen auf die Umstände geschoben werden, manches passt eben einfach nicht zusammen und dann ist das theoretisch mögliche Ineinander auch entbehrlich eigentlich.

Vertrete seit längerem die Theorie dazu, ohne das diese irgendeine praktische Bedeutung dabei hätte, dass Männer dabei eher simpler konstruiert sind und mit weniger glücklich sind als Frauen, zumindest zu Anfang, dass sich dies gegen Ende, seltsam genug, oft genau verkehrt, ändert nichts an der Grundlage. Mache mir also keine Gedanken, sondern lasse den Dingen der Natur ihren Lauf, die schon weiß, was gut und richtig ist und die dabei gezeigte Aufmerksamkeit und Zuwendung ist meist wichtiger als jedwede Taktik, warum sogar Worte vielfach mehr erregen und wirkungsvoller sind als noch so taktiles Berühren, das doch nur wieder zu der triebgesteuerten Einbahnstraße führt, in der manche Männer vergessen, das umgekehrt nötige Verhalten zu berücksichtigen.

Was uns wieder zur Ausgangsfrage dieses kleinen Essays zurückführt, der bewusst ein wenig individualisiert wurde, was die These zu bestätigen scheint, dass sich eigentlich allgemeine Aussagen zum Thema verbieten, dieser Text also überflüssig und absurd wäre, jeder dies für sich in Ruhe probieren muss, um mit möglichst großer Gelassenheit, was zugegeben immer schwerer wird, wenn das Hirn längst eher zwischen den Hüften sitzt und schieben helfen will, Erfahrungen zu sammeln und festzustellen, was, wie am glücklichsten macht. Damit könnte an dieser Stelle aufgehört werden, bliebe nicht doch die Frage der Verständigung zum Thema, die so oft daran scheitert, dass beide Seiten allgemeinen Formeln folgen, klare Erwartungen haben und denken, der andere müsste dies doch wohl verstehen, so schwer sei es doch nicht - was sicher nicht falsch ist - schwer ist es nicht, wenn zwei sich aufeinander einlassen, sich wollen und sich fallen lassen können, ist es ganz einfach, funktioniert von Natur aus und geht seinen Weg. Fraglich nur, wie oft zwei das schaffen, gerade unerfahren dürfte dies eher die Ausnahme sein und häufiges Scheitern oder viele je klagen über das andere Geschlecht bezeugen, wie wenig wir voneinander verstehen und wie selten es uns gelingt, das andere Geschlecht zu genießen, wie es ist.

Genuß ist das Ziel, seine geteilte Maximierung und abschließende Zufriedenheit das höchste was wir im Verhältnis der Geschlechter erreichen können und eigentlich hat es uns die Natur ganz leicht gemacht, dorthin zu kommen. Seltsam nur, wie schwer wir es uns dabei machen.

Hier liegt die Frage nahe, ob dies bereits notwendig in der eben unterschiedlichen je Natur angelegt ist, wir also eigentlich gar nicht zusammenpassen, ohne jetzt den Kalauer zu bemühen, außer mittig, wofür die umgekehrten Fälle nur ein Beleg sind, denn was offenbaren diese nicht alles, bei genauerem Hinsehen?

Es tauchen zwischen Paaren die immer gleichen Missverständnisse auf in schöner Regelmäßigkeit, die genauso sicher ist wie die Behauptung, eines jeden über sich dabei, er oder sie wäre ja ganz anders als die anderen und passe in kein Schema. Zu erkennen, wie schematisch dies immer wieder auftaucht, ist der erste Schritt sich über diese eben wohl unsere Natur zumindest ein wenig zu erheben, frei zu werden. Finden wir uns damit ab, dass wir zwar uns alle für ganz anders halten und etwas besonderes sind, zumindest sein wollen, aber uns darin auch zumeist so ähnlich, dass schon dies allein eine Verständigung erleichterte, wo wir lernen, über die auch Lächerlichkeit der Liebe wie der Lust zu lachen.

Männer und Frauen sind sich in sehr vielem sehr ähnlich, aber sie sind auch in ganz entscheidenden Punkten völlig unterschiedlich und wo wir lernen damit gelassen umzugehen, wird es wesentlich leichter, sich zu verständigen, als wenn wir versuchen den einen oder anderen von der Richtigkeit unserer Sicht zu überzeugen. Wir können uns nicht verstehen und passen in ganz vielem überhaupt nicht zusammen, unser Hirn hat nur die großartige Fähigkeit, uns mit Gefühl über diese Tatsache erfolgreich hinwegzutäuschen. Das ist gut so und erleichtert den Umgang, führt leichter zur Befriedigung der Sehnsucht nach Lust oder Gefühl. Mehr können wir von unserer Natur nicht erwarten, vermute ich, ob wir sie im übrigen genießen, wie sie eben ist, oder es uns schwer miteinander machen, ist nun unsere Entscheidung.

Viel zu lange haben wir uns von einer analytischen Psychologie verführen lassen, uns mit Problemen oder den Wurzeln unserer Probleme zu beschäftigen, um danach angeblich auf die Suche nach Lösungen zu gehen. Dieses geradezu naiv dumme Verhalten, dem wir in Massen hinterherrannten, weil es wissenschaftlich logisch schien, eine ganze Wissenschaft darauf aufbaute, ist ein Problem an sich, beschäftigt sich mit Problemen, gebiert Probleme und trägt somit nichts zur Lösung bei sondern nur zum Problem auch und gerade im Verhältnis der Gechlechter zueinander. Jede Minute bei einem Analytiker ist verschwendet und nur eine Beschäftigung mit Problemen, die uns nie einer Lösung näher bringen, bei der es ja nur darum geht, was tut uns gut und womit fühlen wir uns wohl. Im Verhältnis der Geschlechter also, wie fühlen wir uns miteinander wohl und genießen den Zusammenprall der Gegensätze, die eben natürlich da sind, so weit als möglich. Es gibt nichts besseres, als zu genießen, um glücklich zu sein auch im Verhältnis der Geschlechter, wo es nicht klappt, sich fragen, warum es nicht klappt, perpetuiert das eigentlich nicht Problem, sich fragen, was mich glücklich macht, befriedigt und dem Glück Dauer gibt, betrachtet das, worauf es ankommt und es wird egal, dass wir eigentlich nicht zusammen passen, wenn wir genießen, was ist
jt 14.6.14

Mittwoch, 11. Juni 2014

Werteverwandlung

Wir hören in jeder Generation von Schülern wieder die Klage des Verfalls der Werte, Betroffene beschwören eine verlorene Generation und kaum ist diese tatsächlich verloren geglaubte selbst zeugungsfähig, wandeln sich die Sichten bald, vor allem, wo sie nicht nur sich als fähig ständig beweisen wollen, sondern dies de facto taten, Kinder kamen.

Der größere Teil der Eltern nimmt mit Anlauf die Rolle rückwärts und vergissst im rotieren, was sie früher vertraten, einmal taz Autoren werden mit eigenen Kindern und etwa den Problemen des Versuchslabors der Berliner Bildungspolitiik beschäftigt, schnell zu Reaktionären der Bildungspolitik, denen die Integration etwa als eine Zwangsmaßnahme der Ungleichen zu Lasten der Gleichen erscheint, zumindest solange sie selbst keine behinderten Kinder haben, dann schreiben sie ganz schnell das Gegenteil wie jüngst im Südwesten geschehen, wo eine journalistisch vorbelastete Mutter den geplanten Schulweg ihres behinderten Sohnes benutzte, ein mediales Feuerwerk zu entfachen, die Schule und ihre in Fragen der Gerechtigkeit und Schülernähe eher berühmte als berüchtigte Direktorin bloßzustellen.

Allerdings ist die tatsächlich relativ willkürliche Theorie der Integration zum Erfolg mit viel Vorsicht zu betrachten, da sie auf genauso viel Aberglauben beruht, wie die das Gegenteil formulierende der natürlichen Separierung und vermutlich werden künftige Pädagogengenerationen die Köpfe schütteln über diesen Hauruckwahn der Integration, der durch Europa ging und im Ergebnis mehr Behinderte diskriminierte als ihnen half mit der längst Normalität und Gleichberechtigung zu leben, weil ihnen via gesetzlichen Zwang die Chance zur Besonderheit genommen wurde, aber wer weiß, möglich ist es auch, dass diese Diskussion völlig entbehrlich ist, da künftig solche kleinen genetischen Abweichungen, die zu einer sogenannten Behinderung führen - schon merken wir, wie uns der Zwang zur politischen Korrektheit verblödet - vermutlich kinderleicht genetisch vorab oder falls unaufmerksam gezeugt, einfach ex post korrigiert werden, Behinderte zu einer also aussterbenden Spezies gehören, wir nochmal alle lernen, sie gut zu intergrieren, weil bald gibt es sie ja nicht mehr.

Inwieweit daraufhin ein Aufstand der von Arbeitslosigkeit bedrohten Behindertenverbände drohte, oder dies Glück nicht behindert zu sein, nicht mehr geschätzt werden darf, weil es ja die Lebenssituation der nicht Nichtbehinderten als schlecht darstellte und also diskriminierte, wir also einen bestimmten Anteil von Behinderten, auch wenn wir es vorab verhindern könnten, weiter züchten müssen, um ethischen Ansprüchen zu genügen, kann dahinstehen, wenn es einen Wertekonsens gäbe, nach dem das gesunde Leben erstrebenswerter ist als das mit Behinderung, solches also vorab einfach eliminiert werden dürfte, damit keine unnötigen Kosten entstehen und starrsinnige, die meinen immer noch Behinderte in die Welt setzen zu müssen, könnten dann ja einfach juristisch sauber mit einer Haftungsumkehr eines besseren belehrt werden. Kurz gesagt, wenn wir wissen, woher eine Behinderung resultiert, welche Folgen sie haben kann und welche möglichen Kosten sie verursacht, dann haben wir, wenn wir solche Kinder unbedingt in die Welt setzen wollen, auch für die Kosten gerade zu stehen und nicht eine Gemeinschaft, die mit dem letzten Aufbäumen zur Integration ihren Zweck erfüllt hat und ihren guten Willen auf Ewigkeiten bewies.

Wer nun meint, dies sei eine grausame Zukunftsvision der Welt von Orwell entsprungen, fern unserer menschlichen Natur und nur noch ökonomisch orientierter Materialismus, den es zu bekämpfen gilt, dem sei viel Vergnügen dabei gewünscht, denn da leben wir längst. So ist die Berliner Charité heute weniger, wie zu Virchows Zeiten berühmt im Land für die Bekämpfung von Seuchen sondern für die Spätabtreibungen nach Indikation bei Behinderung bis zum Einsetzen der Eröffnungswehen. Es darf und wird jedes behinderte Lebewesen abgetrieben werden, wenn die Mutter sich nur klar machen lässt, dass es nur Kosten verursacht und sie ein Leben lang belastet. Auch dies menschlich für die Mutter zu gestalten, die keine werden soll, ist eine hohe Kunst, die Entfernung und Entsorgung der Reste ebenso.

Nun soll hier nicht darüber geurteilt werden, ob dies gut oder schlecht ist, notwendig oder nur ökonomisch sinnvoll, es wird gemacht, es ist legal und es gibt kein Interesse, etwas daran zu ändern von keiner bemühten Interessengruppe und nicht mal die Behidnertenverbände schreien hier zu laut und die zum Glück hierzulande noch nicht so militanten Gegner der Abtreibung, halten sich bei Behinderten auch lieber höflich zurück, denn schließlich heißt hier die Indikation, wenn der Mutter ein Leben unzumutbar ist, was zum Glück der dazu willigen Mütter ein sehr dehnbarer Begriff ist, der mit dem bekannten Berliner Laissez faire auch weit ausgelegt wird. Es ist, und das führt uns wieder zum Kern der Diskussion, auch wenn all diese nur gestreiften Themen unbedingt dazugehören, eine Frage der Wertsetzung und in Berlin wird derzeit das Leben der Mutter für kostbarer immer gehalten als das noch werdende, alemal wo es behindert ist, auch wenn das nie jemand so sagen würde. Spannend ist noch, wie hoch der Grad der Sicherheit des Mangels am werdenden Leben sein muss, um die freie Verfügungsbefugnis von Mutter und Medizin zu garantieren und bitte vergesse keiner - jeder Abort liefert auch massenhaft Stammzellen, die so hoch begehrt sind und wir wissen ja alle, in heutigen Zeiten, muss sich auch Wissenschaft lohnen und rechnen.

Berlin ist sozialer gegenüber den Frauen und ihrer Freiheit als etwa Dublin oder Rom, wo noch der Aberglaube mehr bestimmt als ökonomische Vernunft, was langfristig aber teuer werden könnte, denn wie wird im freizügigen Europa damit umgegangen, wenn Deutschland etwa durch genetische Prophylaxe weitestgehend frei von Behinderten ist, die Iren und Italiener sie aber auch aus Gründen des Aberglauben noch weiter produzieren - sich aber gern in Deutschland der guten Schule oder der Sauberkeit oder der Bundesliga oder warum auch immer niederlassen wollen und dadurch nicht eingeplante höhere Kosten verursachen - wir dürfen gespannt sein, wie künftige Parlamentarier darüber streiten werden, wer hier was zu entscheiden hat und wie sich das eigentlich katholische Bayern etwa, nur rein spekulativ, dagegen wehrt die Kosten für den Zuzug behinderter Römer oder Iren zu bezahlen, ob sie dann dafür plädieren, dass jeder EU Ausländer, der hier siedeln möchte, einen Behindertenbonus zahlen muss, wie die Autobahnmaut, wenn er sich nicht freiwillig dem deutschen Abtreibungsrecht unterwirft.

Es klingt noch so absurd, als wollten wir die engstirnigen Bayern in ihrem geizigen Lederhosenpanorama nur satirisch verspotten, aber es ist uns verdammt ernst damit, denn wir sind in der heute überall Kalkulation der Erbsenzähler, die jeden Betrieb auf seinen Gewinn prüfen, längst Gefangene einer Spirale, die genau dort hin führt, wo wir satirisch noch schrieben, was aber nüchtern betrachtet längst Realität, denn irgendwie muss sich ja alles rechnen.

Welchen Wert stellt diese Berechenbarkeit noch dar und wohin führt sie uns zu Ende gedacht, ist die konsequent nächste Frage zu diesem Thema, die uns auf der Suche nach Werten die wir unseren Kindern vermitteln schnell ganz schön ins Schleudern zwischen konsequentem Denken und abstrakter Betrachtung bringt. Was berechenbar ist, wird durchsichtig und genügt den Anforderungen, die wir an einen offenen demokratischen Prozess stellen, was erstmal ein positiver Effekt wäre. Der andere Punkt ist, dass es uns weiter Unbehagen bereitet, was rechtlich und politisch schwer greifbar ist, in einer völlig berechenbaren Gesellschaft zu leben, in der die Prinzipien der Ökonomie und ihre also Berechenbarkeit alles beherrschen.

Um dem auf den Grund zu gehen, kann auf den vorigen Text zur Natur des Kapitalismus und seine also Berechenbarkeit verwiesen werden, um nicht alle Begründungen und Darlegungen zu wiederholen, hier nur soviel - aus der Anerkennung der freien Natur des Menschen, die Voraussetzung seines Strebens nach Glück und seiner autonomen Beteiligung am politischen Prozess ist, folgt, dass der Mensch von Natur aus die Rechte eines Eigentümers am eigenen Leben hat, anders wäre jede Wertediskussion müßig, da, wenn ich dem Menschen nicht zuerkenne, dass er aus freiem Willen handelt, er auch nicht richtig oder falsch, mit anderen Worten sittlich, handeln könnte, wenn also die Herrschaft über sich und also Eigentumsverhältnisse eine Bedingung für die Existenz von Werten und entsprechendes Handeln ist, wäre es müßig, diese anzuzweifeln bei der Frage nach dem - Wie soll ich heute leben?

Damit ist nichts über das System des real existierenden Monopolkapitalismus geagt, es kann an dieser Stelle erstmal dahinstehen, nur dass wir aufgrund der Fähigkeit etwas als unser zu betrachten, also auch uns sebst, überhaupt erst moralisch handeln können. Folgerichtig passt in dieses System die Berechenbarkeit der Prozesse und unser Umgang mit ihnen. Fraglich nur bleibt, ob es eine natürliche Grenze der Berechenbarkeit gibt oder wir einfach immer weiter gehen, wie es eben unserer Natur entspricht.

Es gibt den Versuch mit der gesetzlichen Absolutsetzung der menschlichen Würde, dies zu regeln, aber es ist nur eine Krücke, liegt weder in der Natur unserer Interessen, es so zu sehen, noch ist es notwendig. Warum es ethisch und politisch gut so ist, nicht zur Debatte steht, ist eine andere hier irrelevante Frage. Gesetze taugen also nicht, eine Wertgrenze in die natürliche, absolute Ökonomisierung zu ziehen, die in jedem Fall gilt, kategorischen Prinzipien genügt, sie sind nur eine unbeholfene Krücke für die Frage, was hat wirklich auf Dauer Wert und wie schöpfen wir diesen.

Bei aller Wertsetzung werden wir immer wieder auf den Ansatz Kants zurückgeworfen, der klar feststellt, es ist einzig unser Gewissen in Freiheit, das moralisch handeln kann, jede andere Norm ist nur eine Krücke, die dem freien Gewissen zu moralischem also wertvollem Handeln aber nicht hilft sondern im Gegenteil nur einen zu befolgenden Rechtsbefehl gibt, das Handeln also wertlos macht.

Über Wertsetzung schreiben und von nötigen Normen schwadronieren, ist also logisch kontraproduktiv, da es die Beteiligten nur dazu bringt, ihr Gewissen nicht anstrengen zu müssen, da sie ja schlicht, um moralisch und also wertvoll zu handeln einem dummen Normbefehl folgen, den sie nicht weiter reflektieren müssen und auch wenn sie es tun, ist diese Reflektion nur eine Form geistiger Onanie, sachlich überflüssig, da richtig und also Recht ist, was der Norm entspricht. Wer die Normen befolgt, verhält sich korrekt, handelt aber nie moralisch in dem Sinne, dass er seinem Gewissen folgt, da umgekehrt das Handeln, das dem Befehl der Norm widerspricht, schon als unmoralisch gilt, es nicht mehr auf die eigene Entscheidung zum richtigen Handeln ankommt.

Am Ende bleibt die Frage, wie kommen wir in einer Gesellschaft, die bis ins kleinste durchnormiert ist,  dazu, die Menschen wieder zu moralischem Handeln zu bringen, wenn ihnen schon die Basis dieses Handeln durch die Setzung der Normen entzogen wurde. Wir schließen Kompromisse, damit das Zusammenleben der vielen irgendwie funktioniert, reden viel über die Werte, die es bräuchte, erlassen vielleicht Gesetze, nach denen die Kinder in der Schule lernen, was die Basis der abendländischen Wertsetzung ist, wenn es sehr gut läuft, geben wir den Kindern die Möglichkeit schon zu Schulzeiten Kants Lehre vom Gewissen als einziger und höchster Instanz kennenzulernen. Doch auch dies tun wir nur im Schatten neuer Normen, zu erteilender Zensuren für formales Verständnis.

Wer Werte finden und ihnen entsprechend handeln will, wird diese nur als moralisch wertvoll und also als Wert überhaupt schaffen können, wenn sie aus der Gewissensprüfung jedes einzelnen resultiert. Nicht die Normierung oder Regelung macht also etwas wertvoller im moralischen Sinne, sondern im Gegenteil, die Aufgabe aller Normen erst, gibt dem Einzelnen die Möglichkeit von sich aus, nach Prüfung seines Gewissens, moralisch zu handeln.

Es bleibt bei aller Wertediskussion um den moralischen Untergang des Abendlandes nur ein zulässiger Schluss, wer Werte schaffen will und die Menschen zu moralisch gutem Handeln verführen will, muss alle Werte ersteinmal über Bord werfen, damit jeder für sich lernen kann, nach seinem Gewissen zu handeln. Kästner dichtete einst, es gibt nichts gutes, außer man tut es - dem ist wenig hinzuzufügen, auch wenn egal ist, was “man” tut, weil es nur darauf ankommt, was für mich nach kategorischer Prüfung richtig erscheint. Wir brauchen dringend eine Diskussion über Werte und die Frage nach den Gründen unseres moralischen Handelns, was uns gut und wertvoll erscheint, nur darf diese nicht in dem Versuch einer Normierung enden, die das Gegenteil des erwünschten reicht. Aufklärung ist, sagte Kant auf die Frage der preußischen Akademie im Wettbewerb hin, die Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Mündig handelt nur, wer autonom ist, also nach freiem Gewissen gut handelt. Dahin zu kommen, ist ein langer Weg, sich immer noch nicht aufzumachen, das größere Problem als dabei auch zu irren, es wird für unsere Zukunft entscheidend sein, die Frage nach dem Gewissen und den Grundsätzen wertvollen Handelns uns selbst zu stellen. Wenn wir etwas ändern wollen, sollten wir uns dringend auf den Weg machen, jede Regelung ist wertlos, jede Frage, die wir uns dazu stellen eine Wertschöpfung, sein wir schöpferisch dabei.
jt 11.6.14

Sonntag, 8. Juni 2014

Sommerpfingstsession

Dirk und Carol eröffnen die heutige in Konkurrenz zum Karneval noch mäßig aber euphorisch besuchte Session mit Carols starkem Gesang der von Andi am Gesang begleitet wird. Extrem gut und stark rocken die drei den Keller.

Rainer vom Feld beginnt mit seinem Song über die Fahrt mit der Tram, heute begleitet von Dirk und gemeinsam verzaubern sie scheint im den Keller,  hoffen schwitzend auf die endlich Lüftung und variieren den Song mit kleinen Zwischenspielen neu, um im nächsten mit einem der Klassiker von Rainer weiter zu machen, der schwungvoll zum mitwippen einlädt und langsam füllt sich der Keller, lassen wir uns überraschen, was noch aus der Konkurrenz zum Karneval wird.

JP Enderli aus Kapstadt gerade gerieben aus der Schweiz sitzt heute mit seinem Freund Rodney auch aus Kapstadt auf der Bühne, der ein erfolgreicher Rapper dort ist.  Gemeinsam legen sie in JPs typischen Beach Reggae Sound los und bringen Laune in den Keller mit ihrem völlig improvisierten Auftritt, dem ersten seit vielen Jahren, da Rodney in Holland lebt und dann beginnt der schlanke Afrikaner mit toll tiefer Stimme zu rappen, ergänzt den Song so um neue Einlagen und gemeinsam bringen sie dem bekannten JP Klang eine ganz neue Note. Nach noch einigen Zugaben, wie auch Keine Schokolade, dem Song für seinen Vater, zu dem er uns auf deutsch inzwischen seine und die Geschichte des Songs erzählt, ist erstmal Pause.

Nach der für zwei Gedichte reichenden Pause geht es als Jam weiter mit Dirk an der Gitarre, Moritz an der Beat Box,
Hartim an der Trommel und Rodney wird wieder spontan rappen. Moritz stellt noch die Musiker alle vor, die dann loslegen mit viel Lust und Schwung. Begeistert folgt das heute noch nicht überforderte Publikum. Dann nach mehreren grandiosen Stücken springt JP nochmal auf die Bühne, löst seinen Freund Rodney ab und rockt als Sänger los zu Dirks etwas dem JP Sound angepassten Sound. Nach diesem Solo ruft JP wieder Rodney auf die Bühne und gemeinsam singen die Freunde vom Strand in Kapstadt zu dem wilden Sound Arm in Arm im heißen Keller.
jt 8.6.14

Samstag, 7. Juni 2014

Von der Seele Europas

Von der Seele Europas reden die Konservativen im Parlament zu Straßburg, wenn es ihnen, beim Poker um den Posten des Präsidenten, gegen den Strich geht wider die Forderung des britschen Premier, der die fortschreitende Integration gern aus den Verträgen striche. Was an sich schon fragwürdig wäre, wenn Politiker zu niederen Zwecken auch noch Übersinnliches bemühen, wird noch zur geistigen Brandstiftung, wenn als normal angesehen wird, was nur die eigene Gier mäßig tarnt.

Was soll diese Seele sein, wenn es so etwas gibt, was für gewöhnlich nur von Abergläubigen Wesen zugesprochen wird, beim Kontinent sein, ist es der gleiche Hokuspokus von unsterblicher Wesenheit von der die Abergläubigen so gern salbadern, ist es etwas anderes oder einfach nur gefühliges Geschwätz mit dem sich die Konservativen untereinander gern erpressen, fragt sich der schlicht seelenlose Beeobachter, der sich streng verbittet so etwas albernes angedichtet zu bekommen, was in der Natur nachweislich nicht existiert, sondern schlicht aus dem allzumenschlichen Bedürfnis resultiert, die andere Seite moralisch zu erpressen.

Betrachten wir die Situation nüchtern, wird der ganze Vorgang noch absurder. Das europäische Parlament schafft in einem Akt illegaler Machtanmaßung die Illusion von Spitzenkandidaten für ein europäisches Amt, das nach den Verträgen eben genau nicht durch Wahl besetzt wird, sondern auf Vorschlag des Rates mit Zustimmung des Parlamentes. Als sich die demokratisch legitimierten Mitglieder des Rates teilweise gegen diese Anmaßung des Parlamentes wehrten, wurden sie moralisch erpresst, da ihr Verhalten das Votum der Bürger Europas ignorierte. Diese von den Medien mit Kußhand aufgenommene Vorlage, bei der es real, das sollte nicht vergessen werden, nur um den Vorsitz einer Behörde geht, nicht um eine gewählte Regierung oder ähnliches, wird solange widergekäut, bis es für jeden Politiker Europas, es sei denn er ist ein unabhängiger Engländer, dem solcher Widerstand noch Stimmen bringt, zum  Zwang wird, der Revolution des Parlamentes zu folgen, die  aber nicht etwa eine Art revolutionärer Ballhausschwur gegen die Eliten eines absolutistisch regierten Königshauses sind, sondern nur ein Akt einer Behörde gegen die andere, ein Streit von politischen Beamten um Einfluß, bei dem die einen gegen den Vertrag verstoßen und die anderen seine Einhaltung sich nicht zu verlangen trauen, weil dies moralisch mißbilligt werden könnte, aufgrund der dreisten Anmaßung des Parlamentes vorab.

Die weitere europäische Integration ist wünschenswert und wichtig, sofern sie nicht ein Ende der Demokratie bedeutet und nicht zur Folge hat, dass ein Parlament, das unter seiner realen Bedeutungslosigkeit leidet, aus gekränkter Eitelkeit sich ein Verfahren ausdenkt, das eklatant gegen die Verträge verstößt, so illegal ist und damit, sogar den guten Willen unterstellt, dies solle einer weiteren demokratischen Identifikation mit europischen Ämtern dienen, das Gegenteil erreicht, da die Bedingung des Funktionierens einer Demokratie eben ihre Rechtsstaatlichkeit ist und wo eine Institution die andere mit Mitteln eines verlogenen Populismus auszuspielen versucht, es keine konstruktive Integration geben kann, sondern die lüge herrscht und eine eigentlich gute Idee, die Möglichkeit von mehr Identifikation durch Wahl der europäischen Spitzenämter ad absurdum führt. Weiterhin verstieß dieser Vorstoß noch gegen die Prinzipien der Gewaltenteilung insofern das Parlament von sich aus die Exekutive übernehmen wollte, wie es teilweise nach Wahlen möglich ist, sofern die Verfassung ein solches regelt. Nicht vorgesehen ist dies für den vorliegenden Fall, im Gegenteil, es ist ausdrücklich anders geregelt und die Rechte des Rates zur Nominierung zu ignorieren, als fehle es der Versammlung der Regierungen an jeder demokratischen Legitimation, ist ein eklatanter Verstoß gegen das auch auf europäischer Ebene geltende Prinzip der Gewaltenteilung.

Zwei zentrale Prinzipien, die für das Funktionieren einer Demokratie unerlässlich sind, werden hier zugunsten eines billigen Populismus verletzt. Zudem wurden die Wähler getäuscht, in dem ihnen Spitzenkandidaten vorgesetzt wurden, die keine für die Position sein wollten, für die sie legal gewählt wurden, sondern, im Gegenteil, diese nie antreten wollten. In dem Versuch sich eine Bedeutung anzumaßen und diese aus dem Rechtsbruch zu gerieren, macht sich das Europäische Parlament zugleich lächerlich wie es die eigentlich Grunsätze seines Handelns bricht.

Daraufhin sagt ein britischer Premier, nebenbei die älteste verfasste Demokratie Europas derzeit, er lasse sich nicht erpressen, sondern ließe dann lieber sein Volk darüber abstimmen. Diesem wirft ein eigentlich ebenfalls konservativer Abgeordneter aus noch dazu der CSU, deren Wahlkampf so primitiv europafeindlich war, dass es sogar bayerische Wähler bestraften, von denen sonst wenig Widerstand zu erwarten ist, er verrate, in dem er die fortgesetzte Integration unter den Bedingungen der realen Erpressung und illegalen Amtsanmaßung infrage stelle, die Seele Europas.

Auch wenn nachwievor unklar ist, was diese ominöse Seele sein soll, es sich vermutlich nur um spirituell angehauchte politische Erpressung aus dem Reich des Aberglaubens handelt, scheinen Ziele und Methoden der europäischen Parlamentarier allzu durchsichtig populistisch mit dem schlichten Ziel ihre eigene Hausmacht zu vergrößern, dass ganz gegen sonstige Überzeugung dem britischen Premier nur zugestimmt werden kann - so darf es keinen Automatismus der Integration mehr geben, der dreist den Boden des Rechtsstaates verlässt und die Grundprinzipien der Demokratie verrät,

Das Europäische Parlament sollte sich dringend in Bescheidenheit üben und auch wenn es egal ist, wer den Posten besetzt, ohne zu verschweigen, dass Angela Merkel momentan die absolute Idealbesetzung wäre, es sollte um der Demokratie und ihrer Fundamente willen dieser Putsch nicht gelingen, sondern bestraft werden, jedenfalls hat sich damit keiner dieser sogenannten Spitzenkandidaten für höhere Aufgaben qualifiziert.
jt 7.6.14

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zinsdekonstruktion

Die EZB senkt die Zinsen und macht Geld billig, schmeißt es Billionenweise auf den immer noch schwächelnden Markt in der Hoffnung diese Volkswirtschaft aus dem Labor möge die Wünsche der Spekulanten erfüllen, für Investitionen sorgen, um die Ökonomien in Gang zu bringen.

Sofort wirkte der Entscheid sich auf den Dax aus, der die Hürde von 10.000 Punkten mit Leichtigkeit übersprang und das billige Geld wird den sicheren deutschen Aufschwung weiter stabilisieren - wer Geld hat, wird hier investieren, denn solange Geld so billig ist, könnte zwar Risiko eingegangen werden, wird aber nicht, insofern es nicht den Interessen der Marktteilnehmer entspricht, wenn sie auch auf sicheren Märkten genug abschöpfen können, warum sollten sie dann zu schlechteren Konditionen auf schwächere Märkte wetten.

Wenn ich nun Rücklagen hätte, die auf dem Sparbuch bald bestraft verschimmeln, würde ich sie in dieser doch etwas riskanten Zeit der Niedrigzinsen lieber im sicheren Hafen anlegen, der noch stärker wird und sich keine Sorgen machen muss, aber dafür noch billiger Geld am Markt bekommt, um seine Führungsrolle zu stabilisieren. Die schwächeren Staaten könnten zwar durch die gesenkten Zinsen theoretisch günstiger an Geld bekommen, um einen Aufschwung zu finanzieren, sofern die von den Banken zur Bewertung des Risikos ihrer Kredite gegründeten und gut finanzierten Unternehmen der internationalen Erbsenzähler nicht den Daumen doch lieber senken, oder um höflich zu bleiben, nur halb senken, damit vielleicht etwas weniger aber doch noch genug Zinsen genommen werden von den Instituten, denen das Geld gerade hinterher geworfen wird, um etwas Inflation künstlich zu erzeugen, während den Menschen das Geld in der Tasche fehlt zum nötigsten, nur immer billiger werdende überflüssige Dinge wie Computer und Telefone die statistischen Zahlen der realen Preissteigerung drücken. Solange die Staaten in Europa ihr Geld bei Banken leihen müssen, dafür Zinsen zahlen an denen nur diese halbseidenen, kriminell zweifelhaften Unternehmen weiter verdienen, wird sich nichts ändern und die Geldpolitik ist in der Todesspirale angekommen.

Wir bezahlen nun mit langfristig unserem Geld die Banken dafür, dass sie mehr Geld auf den Markt werfen, was sie nur tun, sofern die Sicherheiten stimmen oder gegen die eben marktgerechten Zinsen. Es ist dieses amerikanische System des Kapitalismus in seiner tödlichen Schraube, der nun an eine Grenze kommt, nur scheint bei der politischen Führung das nötige Umdenken noch nicht anzukommen, sie bereiten weiter den Banken den Boden, beugen sich vor diesen Verbrechern und Betrügern, die nur von unserer Dummheit leben, ihnen immer noch ein Monopol zu geben nach ihren Bedingungen, sie nicht längst aufzulösen und zu enteignen - nicht der Kapitalismus und das natürliche Streben des einzelnen nach Erfolg und Gewinn sind schlecht, sie sind Natur, schlimm wird es, wenn das nur Mittel zum Zweck, das Tauschmittel Geld zum absoluten Fürsten wird, der allein über die Welt regiert und ihr seine Spielregeln diktiert, die wir leicht umdrehen könnten - keiner braucht die Banken so wie sie sind. Enteignen, zerschlagen und dann eine vernünftige europäische Marktpolitik mit einer europäischen Geldhoheit, die staatliche Kredite nach politischen Bedingungen vergibt.

Es muss nicht so weitergehen, wie es gerade gespielt wird, wir können es jederzeit ändern, wenn wir es nur endlich wagen, aus den Schranken unserer Denkens auszubrechen - wir müssen nicht Banken finanzieren, sondern Staaten, damit diese den Bürgern Geld in die Hand geben, um zu leben und so einen Kreislauf der Produktion in Gang halten, der menschenwürdiger ist als dieses Spiel in dem nur die Macht der Banken gestärkt wird und sich Europa, damit es sich diese Finanzpolitik seiner Notenbank leisten kann, völlig verkauft.

Es ist Zeit aufzustehen Europäer, nehmen wir unser Europa in die Hand und lassen uns nicht länger von den Banken regieren. Die Trendwende der EZB zeigt, es ist Zeit für eine Trendwende, denn, dass inzwischen die Banken schon Geld dafür bekommen, dass sie sich Geld leihen und die Bürger und Staaten dies bezahlen, ist absurd. Es braucht keine Banken wie es sie gibt, nehmen wir unsere Staaten in die Hand, leben wir die Republik als res publica, zerschlagen wir die Banken und wagen wir uns Europa frei zu gestalten, dieser Tag hat Zeichen gesetzt, hören wir sie.
jt 5.6.14