Mittwoch, 4. September 2013

Warum Bayern im Ausland liegt

Bayern ist Ausland

Als Toni Buddenbrook dereinst nach München heiratete, einen der dortigen, den grobschlächtigen Bierbrauer Permaneder zum Gatten wählte, der sich sogleich mit ihrer Aussteuer in den Ruhestand begab, da war sie in eine fremde Welt gezogen, aus der freien Hansestadt ins Königreich Bayern, das in allem dem gerne barocken Österreich, das nun nicht mehr zum Reich gehörte, mehr glich als ihrer Heimat. Sie fühlte sich verloren und flüchtete zurück zum Bruder, auch wenn es wohl den endgültigen Verlust der Ehre bedeutete.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer aus dem kultivierten Norden kommt, fühlt sich von bayerischer Bodenständigkeit schnell vor den Kopf gestoßen. Immer noch ist die Haltung gegenüber Fremden und Ausländern eher der unserer Nachbarn in Österreich ähnlich als der toleranten Kultur der Bundesrepublik.

Wunderbar zeigt sich das wieder an dem lächerlichen Versuch mit einer europarechtswidrigen Maut in den Wahlkampf zu ziehen. Jeder weiß, es ist Unsinn, es ist rechtlich nicht haltbar und dennoch hilft es vermutlich der CSU als tendenziell rassistischer Vereinigung, die sich noch Partei nennt, ihre Mehrheit zu halten.

Ein Volk, das so wählt, hat in der Bundesrepublik eigentlich nichts mehr verloren und der diesmal kleine Anschluss an Österreich wäre für alle eine Befreiung.

Franken könnte selbstredend in den zwar untergegangenen preußischen Hafen, in den es gehört, zurückkehren, würde Teil von Berlin Brandenburg.

So sehr ich den alten Fritz schätze, seine Rettung von Bayern für das Reich, war einer seiner folgenreichsten Fehler.

Wäre der nichtswürdige österreichische Gefreite doch ein solcher geblieben, was wäre der Welt für ein Unglück erspart worden und der Ursprung seiner Bewegung wäre nur zwischen Wien und München hin und her geschwappt, nicht weiter aufgefallen und im seligen Bierdunst untergegangen.

Herr, wenn es dich gäbe, an den der olle Fritz vernünftig auch nicht glaubte, dann befreie uns von Bayern, die nach Österreich einfach gehören. Da es dich nicht gibt, wollen wir es lieber mit einem europäischen Heimatverfahren handhaben.

Der Seehofer kriegt seine Maut, die Österreicher müssen ihn als König übernehmen und sonst bleibt alles, wie es ist, nur haben die Österreicher mit dem FCB endlich eine vernünftige Fußballmannschaft und müssen nicht immer neidisch hetzen, da ein großer Teil der Nationalmannschaft abgängig wäre, müssten die Ösis mit Bayern auch den Jogi Löw übernehmen, wir wären ihn los, würden unter Klopp Weltmeister und alle wären glücklich.

Bayern an Österreich,  Franken an die Mark und alles wäre gut. Die Glatzen und NPD Mitglieder aus dem wilden Osten leihen wir als Wachdienst  für deren Volksfeste mit aus, gleich und gleich gesellt sich gern.
jt 4.9.13

Montag, 2. September 2013

Der Befreiungsschlag

Sichere Beweise

Die Koalition der Geheimdienste und sicheren Abhörer findet nun endlich unwiderlegliche Beweise für die Schuld des Bösewichts, was auch das transatlantische Verhältnis befriedet und die Kanzlerin, was auch immer sie nicht entscheidet, bis zu ihrer Wahl ruhig schlafen lässt.

Wirklich wahr?

Es gibt keine Beweise und keiner dieser Beweise taugte vor einem unabhängigen Gericht zum Beweis der Schuld des Angeklagten, es sei denn es ginge nur um seine Unterbringung in eine geschlossene Einrichtung, der Zeuge wäre psychiatrischer Gutachter und spräche so mit scheinbar höherer Einsicht über das menschliche Wesen. Dann würde auch die bloße Vermutung zum Beweis genügen, was eigentlich schon Skandal genug ist, denn auf der Ebene der vermuteten geistigen Störung des Täters wird, wie wir gerade alle lernen durften der fachkundige Gutachter zum Ersatz für den Richter.

So verhalten sich nun auch die Geheimdienste als Gutachter über Krieg und Frieden oder den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien.
Aus einem abgehörten Telefonat eines Milizen mit einem Diplomaten wird im Umkehrschluss ein Beweis gezogen und auch die durch Fakten längst widerlegte Behauptung von der Unfähigkeit der Rebellen zu solch einem Angriff wird wieder als Beweismittel angeführt.

Wie kann etwas nachweislich Falsches als sicherer Beweis für die einen möglichen Krieg begründenden Tatsachen gelten?

Noch absurder wird es, wenn wir uns überlegen, wer hier als Zeuge der Anklage auftritt. Die selbst der Missachtung der Freiheit angeklagten Dienste, die dringend um eine Rechtfertigung ihrer Existenz kämpfen, sind hier Zeugen der eigenen Rechtfertigung.

Wie können wir so naiv sein diesen in keinster Weise ausreichend rechtsstaatlich legitimierten Institutionen einfach Glauben zu schenken, wo es um den Frieden einer ganzen Region geht, eine Entscheidung über vermutlich Leben und Tod gefällt oder zumindest inkauf genommen wird?

Es ist wieder die Mittel zum Zweck der Propaganda einer politischen Klasse, die diese Rechtfertigung verbreitet und öffentlich zulässt.  Wie aus dem Bilderbuch der Postdemokratie klingt die verlogene Rechtfertigung, die Aufklärung nennt, was nur der weiteren Verdeckung der eigenen Ziele dient. Von alternativlosen Zwängen und Beweisen spricht.

Die Geheimdienste liefern uns wichtige Erfolge zur Aufklärung in Fragen der Menschenrechte, scheint es, wir brauchen sie also, diese feigen Spione, die auch sichtbar Diplomaten abhören und wir können weiter gut kontrolliert im System gehalten werden, statt kritisch zu prüfen, wird wieder der Mantel des Schweigens über die tolle Aufklärung der Dienste gelegt.

Denkt noch wer kritisch nach oder sind sich nun alle 100% sicher, wollen ihre Ruhe und Spaß haben?

Wenn der Nahe Osten brennt und es auf Basis solcher Beweise tut, werden wir nicht unbeteiligt bleiben. Es wird Zeit, dass wieder Vernunft einkehrt, um den Spielchen um territoriale Vorherrschaft über eine vorgestrige Energieform zu einem friedlichen Ende zu bringen.
jt 2.9.13

Freitag, 30. August 2013

Theater des Kapitalismus

Die toten Seelen

Gogol im Sommer Theater
ACUD

Eine Geschäftsidee

Langsam bevölkert sich die hier Bühne mit irgendwie russisch anmutenden Gestalten. Es spielt eine E-Gitarre auf Synthesizer seltsam verzerrt.

Anfang und Vorspiel gehen nebenbei ineinander über. Ein Singen und tanzen nimmt seinen Lauf.

Plötzlich verschwinden alle nur der Rollstuhlfahrer und die Gitarristin. Dann setzt sich Michael Hecht als Tschitschikow unter uns erzählt von seiner Not und wie alles anfing.

Es soll die Liste der Großgrundbesitzer erstellt werden, während sich der Trunkene an den Planer mit der genialen Idee wendet. Sich dann lallend unter uns setzt, die wir im Café mit Bühne versammelt sind und er lässt den wunderbar trunken spielenden Heiko Schendel als Nosdrjowb zurück. Wir werden nun alle aus dem Café geschmissen, das auch im Stück schließt und setzen uns vor die Bühne im Hof.

Simon Gläsner klettert als Manilow mit Flossen und Schwimmbrille aus einem Loch mit Klo Deckel auf die Bühne. Er einigt sich mit Tschitschikow über den Kauf der toten Seelen.

Susanne Heubaum hat als Pljuschkina ihren ersten Auftritt, ist die Verteidigerin der kleinen Dinge, als welche sie eine Schraube aus dem Staubsaugerbeutel rettet.

Tom Kannegießer als Sobakewitsch rollt auf die Bühne und spricht bis zum Umfallen mit Tschitschikow um sich auf den Handel zu einigen über die toten Seelen so handeln sie es miteinander aus, um jeden Rubel feilschend.

Nun mit Pljuschkina im Handel über die nächsten Bauern.  Ziehen sich beide Bis auf die Wäsche voreinander aus, um sich zu einigen ohne etwas zu verbergen.

Dann trifft er den verkaterten Nosdrjow um sich über die nächsten Bauern zu einigen. Großartig erheiternd spielt er seinen Kater und sie handeln und spielen schließlich darum Tschicktschacktschuck.

Beim nächsten Handel mit der Gutsbesitzerin Korobotschka gegeben von Rike Eckermann taucht der Teufel auf im tiefen Aberglauben.

Beim Notartermin wird alles notiert und sie verbergen sich trunken verplappernd voreinander. Und sie suchen Gründe für das Geschäft, das sie voreinander tarnten.

Als Tschitschikow verschwand kommt es zu immer mehr Gerüchten. Er wird zum Spion und Falschmünzer stilisiert.

Sie bedrohen den durch den Verkauf der toten Seelen reich gewordenen  und wollen  aufhängen woraufhin er arm abzieht und sie über die Welt klagend sich selig zurück ziehen.

Eine wunderbare Inszenierung über die großen Geschäfte mit Nichts die am Ende zu nichts führen, passt zu gut in unsere Zeit in der mit virtuellen Geld um die Welt gehandelt wird und irreale Werte zum zentralen Wert werden.

Die gescheffelten Gelder, die zu nichts werden und nichts als einsam machen wirken wie ein Spiegel unserer Zeit in der sich ein Vorstand umbringt nachdem in ihm die Angst vor dem Ackermann zu groß wurde, der dem Handel mit nichts zur Macht verhalf und der nun vor dem Leben scheiterte.

So findet großes Theater in die Welt und baut Brücken in unsere Zeit dieses Sommertheater kann allen empfohlen werden, ein Genuß für die Sinne und ein Anstoß für den Geist unser System infrage zu stellen, in seinem Streben, ein großer Theaterabend, auch mit einem schwachen Tschitschikow, der von seinen Mitspielern gut ausgeglichen wird.
jt 30.8.13

Dienstag, 27. August 2013

Suum cuique in Syrien?

Suum cuique - jedem das Seine

Wem gebührt was und woraus resultiert unser Begriff der Gerechtigkeit?

Wir stehen wieder mal kurz vor einem Krieg und wieder sollen uns die Geheimdienste die entscheidenden Gründe zum vermeintlich humanitären Eingreifen geben. Wer Giftgas einsetzt, muss mit einer Reaktion rechnen, wird behauptet, dass könnte die uneinige Weltgemeinschaft nicht einfach so hinnehmen, sie müsste sich für die Freiheit einsetzen.

Wessen Freiheit wird da eigentlich verteidigt?

Die Freiheit des Westens über Krieg und Frieden in der Welt zu entscheiden, jenseits aller Beweise?

Geht es um Gerechtigkeit oder geht es um lächerliche Drohungen, ohne eine brauchbare Tatsachengrundlage?

Jeder soll so behandelt werden, wie er es verdient, ist ein alter Grundsatz der Gerechtigkeit in und zwischen Staaten. Die Sicht darauf hat sich oft verändert und die Maßstäbe sind in vielem menschlicher geworden.

Nur im Freund-Feind-Denken sind Rache und ähnlich primitive Motivationen noch präsent. Was wir zwischen Menschen ahnden und bestrafen, scheint uns zwischen Staaten normal. Ein eher schlicht gestrickter amerikanischer Präsident schrieb gesuchte Böse als tot oder lebendig zu fangen aus, erklärte den Krieg gegen die Mächte des Bösen und sprach damit vielen nicht nur seiner Landsleute aus dem Herzen.

Nun soll wieder wider alle Vernunft einer zum Bösewicht erklärt werden, um ihn gerechterweise bombadieren zu dürfen.

Was ist gerecht für uns und warum billigen wir Staaten ein Handeln zu, für das wir jede Privatperson vermutlich lebenslänglich einsperren würden?

Schon die alten Griechen hatten den Grundsatz jedem das seine in ihrem Recht teilweise und jedenfalls taucht er in deren Philosophie auf.

Interessant ist, was Wiki zu dem Begriff suum cuique schreibt, der im alten Preußen eine große Rolle spielte, jenem kulturell vielfältigen Staat, der zweihundert Jahre nach Maria Theresia doch noch mithilfe eines Österreichers den eigenen Untergang besiegelte, der Welt weniger als Staat von Philosophie, Kultur und Gerechtigkeit in Erinnerung blieb, sondern als mörderisch präziser Krieger. Ob dies historische Gerechtigkeit ist, Justiz der Sieger, die es sich einfach machten oder eine logische Folge staatlicher Gewalt ist, kann hier dahinstehen, interessant ist, was aus dem dort so wichtigen Begriff wurde:

"Jedem das Seine, lateinisch suum cuique, ist seit antiken philosophischen Theorien der Moral und Politik ein für die Fassung von Begriffen des Rechts und der Gerechtigkeit, insbesondere der Verteilungsgerechtigkeit, vielfach ins Spiel gebrachtes Prinzip, das abstrakt besagt, dass jedem Bürger eines Gemeinwesens das zugeteilt wird (bzw. werden soll), was ihm gebührt, durch gerechte Güterverteilung etwa. Je nach praktischer bzw. politischer Theorie werden unterschiedliche Präzisierungen vorgeschlagen und wird der Status eines solchen Prinzips unterschiedlich bewertet. Suum cuique war das Motto des Schwarzen Adlerordens und ist heute das Motto der Feldjäger. Im Konzentrationslager Buchenwald stand der Spruch, nach innen gerichtet, auf dem Haupttor.

Suum cuique geht als Grundsatz auf das antike Griechenland zurück. In der Politeia stellte Platon fest, dass Gerechtigkeit besteht, „wenn man das Seine tut und nicht vielerlei Dinge treibt“ (τὸ τὰ αὑτοῦ πράττειν καὶ μὴ πολυπραγμονεῖν δικαιοσύνη ἐστί, to ta autou prattein kai me polypragmonein dikaiosyne esti, IV 433a). Jeder soll das Seine tun, und zwar in Art und Umfang so, wie es seinem Wesen, seinen Möglichkeiten und den individuellen Umständen entspricht. Ergänzend erklärte Platon, dass auch jeder das Seine bekommen und dass niemandem das Seine genommen werden soll.

Über diese Verteilungsgerechtigkeit, die dem Lohn und damit auch dem Besitz zugrunde liegt, äußert sich Aristoteles ausführlich in Buch 5 der Nikomachischen Ethik. Wie er ausführt, handelt es sich dabei um proportionale Verhältnisse, in denen jeweils vier Begriffe zueinander in Beziehung gesetzt sind. Damit jeder das ihm Zustehende erhält, muss sich Person A zu Person B verhalten wie C (das der Person A Zugeteilte) zu D (das der Person B Zugeteilte). „Die Verbindung des A mit dem C und die des B mit dem D ist die Verteilungsgerechtigkeit.“ Ungerechtigkeit und Unrecht sind nach dieser Definition also ein Zuviel oder ein Zuwenig für den Einzelnen. Dabei ist sich Aristoteles des Problems bewusst, das darin besteht, welcher Maßstab für die Feststellung dieser Proportion zwischen A und B gelten soll: „Dass die Gerechtigkeit im Zuteilen gemäß einer Wertigkeit geschehen muss, wird allgemein anerkannt; aber als diese Wertigkeit bezeichnen nicht alle das Nämliche, sondern die Demokraten die Freiheit, die Oligarchen den Reichtum, andere die Hochwohlgeborenheit, wieder andere die Tugend.“

In dem politischen und juristischen Sinne „Jedem das Seine zuteilen“ wird die Formel unter anderem bei Cicero, De legibus 1, 6 19, verwendet, der dort an die Ableitung des griechischen Substantivs νόμος (nómos, Gesetz) von dem Wort νέμειν (némein, zuteilen) erinnert: „Eamque rem (gemeint: legem) illi Graeco putant nomine a suum cuique tribuendo appellatam“ – „Und diese Sache (das Gesetz) sei, wie jene glauben, mit ihrer griechischen Bezeichnung nach dem ‚jedem das Seine zuteilen‘ benannt“.

Auch in Cicero, De officiis I,15, findet sich der Ausdruck: in hominum societate tuenda tribuendoque suum cuique et rerum contractarum fide: ... die Gesellschaft der Menschen aufrechtzuerhalten und jedem das Seine zukommen zu lassen, sowie in der Verlässlichkeit vertraglicher Abmachungen.

In den Institutionen des Kaisers Justinian heißt es ganz zu Beginn, im ersten Teil des Corpus Iuris Civilis: iuris praecepta sunt haec: honeste vivere, alterum non laedere, suum cuique tribuere. – Die Gebote des Rechts sind diese: Ehrenhaft leben, niemanden verletzen, jedem das Seine gewähren (Inst. 1, 1, 3). Bei Ulpian im Corpus Iuris Civilis, Digesten 1, 1, 10, heißt es: Iustitia est constans et perpetua voluntas ius suum cuique tribuendi. – Die Gerechtigkeit ist der beständige und dauerhafte Wille, jedem sein Recht zukommen zu lassen. Dieser Satz wurde dann vom Verfasser der Institutionen, Tribonian als Definition an den Anfang des Gesamtwerkes gestellt.

Auch Hugo Grotius verwandte den Begriff in seiner Eigentumstheorie."

Der Begriff ist wichtig für die Geistesgeschichte und hat auch alle demokratischen Verfassungen bis heute geprägt. Nun stellt sich die Frage, wie ernst nehmen wir ihn heute noch und was macht die faktische Postdemokratie, die sich nur vermeintlichen Notwendigkeiten zu beugen vorgibt, aus ihm.

Der Fall Syrien zeigt wie in einer global und lokal sehr brandgefährlichen Situation leichtfertig mit dem Feuer der Kriegsdrohung gespielt wird und dazu der Gedanke der Gerechtigkeit missbraucht wird.  Es wird die Vergeltung für Untaten, hier die vermuteten Giftgasangriffe der Regierung, als Vorwand für eine nötige und gerechte Reaktion genommen.

Grundsätzlich wäre eine solche Reaktion angemessen, sofern sie den Täter träfe und weiteres Unglück verhinderte. Dies ist jedoch weder noch ersichtlich. Im Gegenteil ist eine schlimmere Eskalation zu befürchten, da die nur lokalen Angriffe aus der Luft oder mit Raketen zwar das System schwächten aber nicht stürzen kann. Die relativ uneinigen Rebellen bieten keine Gewähr für die künftige Sicherheit der Chemie Waffen und wohin ein womöglich kopfloses Syrien stürzte, ist auch unklar. Weiterhin ist noch kein objektiver Beweis für die Täterschaft der syrischen Regierung erbracht, sollten also die Rebellen diese Waffen gewissenlos gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt haben, unterstützten NATO Truppen eine mörderische Guerilla, um ein zwar sicher nicht gutes System zu beseitigen, aber denen auf den Thron zu helfen, die den vorgeblichen Grund für ihr Eingreifen lieferten.

Sollte der Grundsatz suum cuique im Denken der Welt noch Gültigkeit haben, wird diese vermutlich falsche Gerechtigkeit eine Quittung erzeugen, deren grauenvolles Ende wir noch nicht absehen können.

Suum cuique mit dann drohenden Chemiewaffen auf dem Golan, in wessen Händen auch immer, weckt furchtbare Erinnerungen an den Missbrauch dieser Philosophie der Gerechtigkeit auf dem Tor von Buchenwald.

Wer in den Krieg zieht, ohne zu wissen, wer Täter und wer Opfer ist, wird die Welt vom Nahen Osten aus in Brand setzen und ein Ende ist nicht in Sicht, wehret den Anfängen!
jt 27.8.13

Sonntag, 25. August 2013

Lügen wie im Krieg

Wer kennt die Wahrheit?

Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners, wie wir wissen, was wir nicht wissen, wer mehr lügt, um näher an der Wirklichkeit zu sein in Zeiten des Krieges.

Offensichtlich lügt eine der beiden Parteien in Syrien. Wer wissen wir nicht, nur sterben tun die Leute so oder so.

Unsinnig wäre es nach aller Vernunft, wenn das regierende System, die eigenen Menschen vergiftete unter Beobachtung ohne jeden militärischen Gewinn.

Ein Interesse am empörten Eingreifen der scheinheiligen Gutmenschen aus dem Westen, haben nur die Revolutionäre, die sich teilweise aus den Reihen von Al Quaida himmlisch rekrutieren.

Diese Feststellung bringt uns der egal von wem erlogenen Wahrheit nicht näher, aber es klärt zumindest, wer ein Interesse am Eingreifen hätte und wer an welcher Inszenierung verdiente.

Ginge es uns um den Schutz der Opfer mehr als um das fakultative Absetzen von Waffen an eine Parteien oder den irgendwie Einsatz unserer Technik zu Testzwecken im Krisengebiet, gäbe es manche Methode der friedlichen Intervention.

Stattdessen werden neue Kriegsszenarien entworfen, um es sich einfach zu machen, draufzuhauen irgendwen trifft es schon. Es wird wieder die Unschuldigen treffen, aber die kaufen weder Waffen, noch werden sie im Falle ihres Sieges ein williger Partner an strategisch wichtiger Stelle.

Wir nehmen die Zerstörung wichtiger Kulturgüter an den Wurzeln der Menschheit hin, wir lavieren herum, statt Linie zu zeigen, wir kümmern uns zuletzt um die Menschen dort, jedenfalls von Regierungsseite her.  Vielleicht sollten einfach mal alle logisch nachdenken, bis dahin das Maul halten, um noch mehr Schaden zu verhindern.

Wer schweigt, lügt zumindest nicht, was in der herrschenden Politik schon ein hoher Wert wäre. Es geht nicht um Gut oder Böse, wir spielen nicht Räuber und Gendarm, da sterben massenhaft Menschen. Nun könnte nichts tun, mehr Leben retten.
jt 25.8.13

Dienstag, 20. August 2013

Ist was los irgendwo?

Irrungen und Wirrungen

Wahlen und die Zeit vor ihnen machen jedenfalls viele aufmerksam, die durch neue Berichte über die Skandale der jeweils anderen von den eigenen ablenken wollen.

Nüchtern betrachtet zeigt sich eine Kanzlerin über allen Lagern, jenseits der Parteien, an der Sache interessiert, für die Menschen da und die wirklich wichtigen Dinge werden dann eben von ihrem Koordinator der Geheimdienste für erledigt erklärt, um nicht etwa in Erklärungsnot zu kommen, während de facto alle Merkmale einer die Demokratie und damit unsere Verfassung völlig aushebelnden Postdemokratie sich realisieren.

Die Sozialdemokraten verwickeln sich zwischen ihren Flügeln, die für alle nicht Partei Mitglieder völlig belanglos immer bleiben, in ständig neue Widersprüche, jeder mögliche Aufwind für den unerwünschten Kandidaten, wird durch ein mehr an Widersprüchen wieder im Keim erstickt, um nachhaltig unglaubwürdig zu sein in der Hoffnung, bis zu Sigmars Kandidatur wird alles vergessen sein.

Die Grünen geben sich steuerlich konsequent aber dann verirrt sich diese eher Weltanschauungsgruppe in den frühen Gruben der Pädophilie, bar jeder Glaubwürdigkeit.

Die CSU macht wieder mit so dummen wie europäisch teuren und illegalen Vorschlägen zur Maut für Ausländer von sich reden, sich lächerlich und wie beim bayerischen Mutterorden Elterngeld, bleibt nur zu hoffen, dass deutsche Gerichte die Dorfdeppen stoppen bevor die europäische Haftung greift, ansonsten ist aus Bayern und Franken nichts zu erwarten als Fußball, der sich auch schwer tut, peppig zu werden.

Die FDP setzt sich wie immer für Steuersenkungen ein, reanimiert tote Märkte auf denen auch ihre Generalsekretäre Millionen persönlich versenkten zeigt sich damit konsequent resistent gegen jedes Lernen, verschwindet hoffentlich so still wie sie derzeit überflüssig ist, damit sich vielleicht eines Tages mal wieder eine liberale Partei aus der Asche gründen kann, in der auch denkende und nicht nur käufliche Mandatsträger wären.

Die Piraten haben, naheliegend als einzige die Problematik der Überwachung des Internets erkannt und seitens ihrer Vorsitzenden sogar bemerkt, dass es einer Abschaffung der Geheimdienste bräuchte, nur wie lange Intelligenz in Schwarm sich durchsetzen kann, ist noch nicht nachgewiesen, das Gegenteil sähen wir täglich, sähen wir fern.

Die Linke als SED Nachfolge Organisation ist keiner Worte unter Demokraten wert, dass der Napoléon von der Saar dort mit seiner aktuellem Prinzessin eine Heimat wie Bettstatt fand genügt, der Rest sollte Schweigen sein.

Die Irren, die scheinbar nie die europäischen Verträge mit juristischer Kompetenz gelesen haben, irgendwohin aufbrechen wollen, ohne Ahnung außer dem nur nominellen Titel ihres Vorsitzenden, können mit den Wahnsinnigen aus Bayern in eine Anstalt verlegt werden und es fragt sich nur, was uns die Österreicher zahlen, wenn wir ihnen Bayern schenken, wenn sie die AfD als falschen Hasen mit kaufen.

Es gibt viele Gründe, dies Jahr nicht zu wählen, den Besten jedoch liefern die Parteien uns selbst, denn wozu sollte der Wahnsinn noch bezahlt werden?

Sonntag, 18. August 2013

Hilferuf unter Räubern

Gläubigerglück

Im Verhältnis von Gläubiger und Schuldner sollte nach relativ allgemeinen Gerechtigkeitsvorstellungen eine Ausgewogenheit zwischen Leistung und Gegenleistung bestehen, jeder will etwas daran verdienen aber am Ende soll es gerecht zugehen und alle glücklich sein.

Ist es ungerecht kann die Bereicherung dessen, der so gut daran verdiente ungerechtfertigt sein und das BGB, auf älterem Recht wie dem Sachsenspiegel und der wiederum auf noch älteren Grundsätzen fußend, sieht dann den Ausgleich dieser Ungerechtigkeit vor, wenn es nicht schon Betrug ist und sogar Schadensersatz verlangt werden kann.

Diese eigentlich sehr positiven und gerechten Prinzipien des Umgangs der Menschen miteinander gelten überall. Ähnliches findet sich auf der ganzen Welt, vom Geschacher arabischer Märkte bis zum Geschäftssinn der Chinesen, alle handeln in der Überzeugung, jeder will was verdienen und am Ende soll es irgendwie gerecht zugehen.

Überall, außer beim Geld. Dort gelten weder die hehren Prinzipien, noch die moralischen Grenzen. Sitte und Moral, alles was uns als Kulturwesen ausmacht, geht dort mit einem Wisch verloren, der sogar noch als vernünftig und einzig sinnvoll gilt. Geld hat eben keine Werte außer dem eigenen. Diese traurige Tatsache gilt zwischen den Staaten so sehr wie zwischen uns Menschen, die im Geldhandel sich selbst und ihr Gewissen schlicht verkaufen und abgeben.

Deutschland verdient an der Krise der anderen Länder in Europa immer mehr. Wir als Staat sind Gläubiger des armen Südens und damit verhindern wir deren Konkurs so lange wie möglich und erklären einen logisch nötigen Schuldenschnitt für sittlich untragbar.

Wir verschulden kommende Generationen auf unabsehbare Zeit und verdienen selbst über vierzig Milliarden allein am für uns günstigen Zinssatz, der aufgrund der Thesen unseriöser Spekulanten nach persönlichem Nutzen verschoben wird. Die Milliarden, die wir an der Spekulation auf Zinsen verdienen, werden dort genommen, wo nahezu nichts ist, mit eben höheren Zinsen. Zusätzlich ist dieser Staat von Verbrechern auch noch über persönliche Kredite, die Investitionen der staatlichen Banken und die Steuern der deutschen Banken, so sie überhaupt welche zahlen müssen, am großen Reibach auf Kosten der Kleinen beteiligt.

Eine tödliche Mischung aus Macht über Geld, moralischer Besserwisserei und für den Geldmarkt  typische eiskalte Abzockerei führt Europa an den moralischen Abgrund wie er im eigenen Land zur Spaltung zwischen Geldgebern und anhängigen Empfängern führt.

Wundersamerweise ist es den Instituten gelungen im Verbund mit den immer unverantwortlicher agierenden Massenorganisationen die öffentliche Hand über das von ihr an Sie verliehene Monopol der Kreditvergabe schleichend zu enteignen.

Unter dem Schlagwort Privatisierung wurde auch führend von Sozialdemokraten, die sich nun teilweise für die Umkehr einsetzen, von Bund, Ländern wie Kommunen verkauft, was ihnen nicht gehört, sondern Gegenstand der öffentlichen Daseinsvorsorge war, was uns immer teurer zu stehen kommt und die Abhängigkeit von den eigentlich völlig unmoralischen Instituten voller erpresserischer Verbrecher, Banken genannt, noch vergrößert. Damit schafften es diese eigentlich widerwärtigen Straßenräuber ohne jeden Skrupel, ihre Moralvorstellungen zur herrschenden zu machen. Ausverkauf ist angesagt und wo wir nun proforma etwas zurückkaufen, tun wir es mit schmutzigen Krediten dieser Verbrecher.

Süd Italien kämpft gegen die Mafia, sie bemühen sich alte Machenschaften aufzuklären und ein finsterer Typ wie Berlusconi empört ganz Europa, während die deutsche Kanzlerin sich von viel übleren Verbrechern ihre Politik beratend diktieren lässt.  Der erste Berater in Fragen der Volkswirtschaft von Angela Merkel ist der Chef-Ökonom der Deutschen Bank einer bekanntermaßen kriminellen Organisation, die nicht nur Milliarden an Steuern über kleine Inseln am Land vorbeiführt, sondern auch bekanntermaßen Geldwäsche betreibt, an der  weltweiten Spekulation zu Lasten ihrer Schuldner beteiligt ist, um noch mehr zu verdienen. Verglichen mit diesem Institut, dem einzigen wirklichen global player Deutschlands im Bankensektor, ist der schmuddelige Berlusconi mit seinen Bunga Bunga Partys ein Waisenknabe.

Nur hat diese Bank eben faktische Macht, übt diese in  Nadelstreifen aus und lässt ihre mafiöse Erpressung der Welt wie ein edles Geschäft aussehen und dies schreibend muss der Autor der Zeilen vermutlich eher damit rechnen für verrückt erklärt zu werden,  wie es jüngst im sauberen Bayern geschah.

Vierzig MILLIARDEN allein verdienen wir momentan ganz nebenbei über günstige Zinsen, Folgen der Spekulation dieser mafiös verwobenen Organisationen aus Beratern und Geldgebern. Geld ohne Leistung und als Produkt der Spekulation. Moralisch bewertet ist es widerliches Erpressergeld, nicht aber am Geldmarkt, da wird uns gratuliert und die Gewinne lächelnd verbucht.

Statt offen und ehrlich zu sagen, uns geht es gut, weil wir die anderen erpressen, unser Staat verhält sich wie die Banken, die Zuhause die ärmeren Bürger auspressen, machen wir den Armen moralische Vorhaltungen für deren Armut und hier lassen sich SPD und CDU nicht mehr wirklich unterscheiden und damit keiner nachdenkt oder kritisch wird, wird dem dummen deutschen Michel erzählt, es ginge um sein Sparbuch, seine Rente, die verschwenderische Griechen und leichtsinnige Italiener verspielten.

Es wird Hass und Spaltung über Sand in die Augen der Bürger gestreut und ich kann gar nicht soviel kotzen, wie ich darob muss.

Sollte der Autor dieser Zeilen nach der Veröffentlichung verschwinden oder für verrückt erklärt werden, vergessen Sie lieber schnell, was sie gelesen haben, es ändert ja doch nichts. Zumindest können Sie sich vorstellen in welche Abgründe wir blickten, öffneten wir mal für einen Moment die Augen.
jt 18.8.13