Mittwoch, 8. Oktober 2014

Sex in Berlin XXI

Wir begegnen uns an öffentlichen Orten meist relativ angezogen und können nur erahnen, was sich unter der wie immer modischen oder nur praktischen Hülle verbirgt, auch wenn sich manche immer mehr bemühen das darunter nicht anzudeuten sondern möglichst weit vorzuführen. Von den Unterhosen, die bei beiden Geschlechtern weit über die auf Hüfte getragenen Hosen hinausreichen, bis zu den Einblicken in die weibliche Unterwäsche, die auf freien Schultern oder darunter schön vorgeführt wird.

Es wäre ja auch zu schade, scheint es, wenn diese Pracht nur verdeckt getragen würde, denkt der Beobachter auf den ersten Blick und sieht doch meist wenig, wird aber durch die Andeutung um so mehr gereizt, dem darunter gelegenen Fettgewebe oder sonstigen verdeckt getragenen Körperteilen nahe zu kommen.

Der genaue Beobachter wird schnell feststellen, was sie trägt und vermutlich merkt auch sie auf, soweit seine Unterwäsche sichtbar wird jenseits des typischen Handwerkereinblickes. Nur wollen wir damit Einblick gewähren oder gerade nicht und nur dadurch, dass wir zeigen, wie, was wir nicht zeigen, verhüllt ist, den Reiz des Verhüllten erhöhen, oder ist die Hülle längst zum Reiz an sich geworden.

Freue mich, wenn ich schöne Wäsche sehe, am Anblick dieser an sich. Ob das nun der String ist, der sich hochgezogen abzeichnet und das dennoch verborgene andeutet oder der BH, der dem dennoch verborgenen Busen Form und Kraft gibt, was immer darunter davon übrig ist. Was Frauen am Anblick der eher beutelartigen Boxershorts reizen kann, weiß ich nicht zu beurteilen, aber vermutlich schauen auch sie mehr emotional und weitblickend in bezug auf den darin frei schwingenden Inhalt.

Aber will ich darum gleich die Schamlippen des Objekts der Begierde sehen, möchte ich der, ihren Po streng von ihrer Wäsche teilenden, in den Hintern schauen, oder ist die verhüllte Variante Reiz genug und wäre der direkte, unverhüllte Anblick vielleicht eher zu natürlich, fast medizinisch?

Frage mich also, ob mich der Anblick der weiblichen Scham oder des nackten Busens mehr verzücken würde, als der nur in der Hülle in Form gebrachten Andeutung davon. Wäsche ist nicht mehr nur dezentes darunter in irgendwie hautfarbener Formlosigkeit, sondern Teil der Kleidung, die aber auch wo sichtbar, noch lange nichts verheißt über den gewünschten Zugriff auf das darunter. Diese Unterwäsche bringt zumindest bei Frauen, bei Männern beobachte ich es zugegeben seltener, sehe allerdings auch wenig Exemplare, die damit ihre primären Geschlechtsmerkmale gerade betonen, den primären Gegenstand der Lust ins Zentrum des Blickes und der Aufmerksamkeit.

Wenn ich dies wahrnehme, werde ich in Gedanken auf das Geschlecht und seine Form gelenkt und würde dennoch immer einen Teufel tun, Frau darauf zu reduzieren, auch wenn gerade dies durch die Art der Kleidung im Vordergrund steht. Im Gegenteil, es ist gerade, wenn Interesse besteht, mögllichst dezent zu übersehen und darf erst bemerkt werden, sobald schon einverständlich miteinander auf die sexuelle Ebene gewechselt wird.

Daher stellt sich die Frage, ob die schöne Wäsche, die offen präsentiert wird, eher als Test genutzt wird, wie weit die Selbstbeherrschung des Gegenübers geht und wann er anfängt mit den Hufen zu scharren. Vermutlich gibt es aber auf diese sowenig eine allgemeine Antwort, wie dies auch sonst im Verhätnis von Frau und Mann möglich ist, sondern ist in jedem Fall anders zu bemessen und die eine trägt einen String, weil sie es angenehm findet und schon immer so macht, sich nie etwas dabei denken würde, während die andere, diese Dinger nie anziehen würde, weil unbequem, nur eben kurz davor oder als Mittel zum Zweck sie gerne nutzt und es wird vermutlich auch nicht wenige geben, die dies tragen, ohne darüber weiter nachzudenken, weil es alle tun oder eben Mode ist oder nicht.

Bei manchen Enthüllungen, die sich unter zauberhaftester Wäsche so offenbaren, fragte sich der nüchterne Beobachter vermutlich, ob die Verhüllung nicht reizvoller war, nur zum Glück ist ja keiner der Teilnehmer dabei normalerweise hormonell nüchtern, warum es nicht darauf ankommt. Gefährlich wird es, wenn der emotionale Rausch die eigentliche Nüchternheit im Anblick überdecken soll, aber nicht tut. Dann bewegt sich Mann jedenfalls schnell auf sehr dünnem Eis und sollte sich hüten, leichtfertig Komplimente zu verteilen, die genau die umgekehrte Wirkung haben können.

Natürlich ist ihr Busen der schönste, den wir je sahen, oder wir sagen nichts dazu, wenn wir klug sind. Eine kritisch reflektierte Aussage dazu, die ästhetische Maßstäbe ins Verhältnis zur Persönlichkeit setzt, ist nach aller Erfahrung nicht wirklich empfehlenswert und endet nie gut. Etwa, dein Busen ist sehr schön, etwas kleiner als der von X, aber größer als der von Y, schon straffer als der von A, aber doch noch schlaffer als der der B, wird vermutlich jede Anschauung desselben wie sonst mögliche Lust recht apprupt beenden, auch wenn Frau immer das Gegenteil vorab behauptet, nie angelogen werden möchte, sondern eine ehrliche Antwort dazu wünscht. So wie der Satz, dein Schwanz ist nett, aber der von meinem Ex war viel größer, selten der Anfang einer erfüllenden Beziehung ist.

Auch darum ist schöne Wäsche so etwas wunderbares und wenn wir nicht zur radikalen Nudistenfraktion gehören, hat es wohl seinen Reiz, sie noch anzulassen, bis es nicht mehr anders geht, oder diese rein technisch als störend empfunden würde, der Reiz, der von ihr ausgehen könnte verpuffte. Was wir nicht sehen, bleibt unvergleichlich schön verpackt und jeder Schwärmerei wert.

Dies ist natürlich nur ein schlechtes Schauspiel, eine bloße Makerade, der Karneval der Lust und hat mit der Natur unserer Triebe vielleicht wenig zu tun, nüchtern betrachtet. Aber betrachten wir den geschlechtlichen Akt und die mal ruckartigen, mal mehr fließenden Bewegungen ineinander nüchtern, könnte es uns auch relativ albern erscheinen, was wir da teilweise miteinander veranstalten und in welch abstruser Lage wir uns zu berühren trachten - aber da wir dabei selten nüchtern sind, sondern eben hormonell und emotional, wie weit sich das neurologisch auch noch wirklich trennen lässt, einmal dahingestellt, kann es dahinstehen - wir tun es so, finden das natürlich und in der Tierwelt können wir ja beobachten, auch diese verrenken und besteigen sich in einer Weise, die dem Beobachter komisch erscheinen könnte, für den Teilnehmer aber sehr ernsthaft schöner ist.

Es läge jetzt ein Ausflug zum Thema Porno nahe und warum wir die Beobachtung anderer bei diesen gymnastischen Übungen durch welche Öffnungen auch immer reizend aufreizend finden können und nicht nur komisch, aber das ist gerade nicht das Thema und liefe schnell Gefahr sich in der sozialen Debatte zu verlieren, inwieweit Porno diskriminert und welches Frauenbild sich dort zeigt, was zur Frage des sichtbaren und unsichtbaren unter schöner Wäsche nichts beiträgt.

Was Frauen am männlichen Geschlechtsorgan schön finden, weiß ich nicht, ich finde dies Ding mit dem darunter hängenden Sack einen eher komischen Anblick, aber mich muss es mit meiner heterosexuellen Veranlagung soweit bekannt auch nicht reizen nach meiner Natur. Umgekehrt finde ich nahezu jede Variante weiblicher Geschlechtsorgane schön und diese sind noch vielfältiger, scheint es mir manchmal als es die Trägerinnen so schon sind.

Am seltensten in natura begegnete mir bisher das momentane Schönheitsideal der geschlossenen äußeren Schamlippen, die alles darunter völlig verbergen. Warum dies von Amerika aus zum Ideal wurde, weiß ich nicht, entspricht aber vermutlich dem pädophilen Kult der mit der Nacktrasur parallel geht. Es gibt dazu mittlerweile vielfach Schönheitsoperationen in denen dieses Ideal künstlich nachgebildet wird, was sich vermutlich im Ergebnis ähnlich seltsam anfühlt wie künstliche Brüste, diese Gummibälle einer sexualisierten Zivilisation, die vergessen hat, dass uns die Natur auch selbst nach dem uns entsprechenden goldenen Schnitt konstruiert hat.

Es ist mir aber einige male doch in natura begegnet, aber ich kann nicht sagen, ob darin ein höherer Wert oder Reiz liegen würde. Auf dem nun Glatteis, was zum oben bemerkten passt, wird sich auch der nur Autor vor jeder Festlegung hüten und auf die naheliegende Frage, was denn am besten wäre oder ihn heißer machte, nur antworten können, es kam noch nie darauf an, da heiß mich nur die emotionale Nähe machte und die Form der Schamlippen mich dabei nicht interessierte, sowenig wie die des Busens mit der Ausnahme, dass die wenigen Erfahrungen mit Silikon und sonstigen Veränderungen bei mir eher das Gegenteil bewirkten, mich nur erheiternd amüsierten.

Frage mich, ob Frauen das mit einem künstlich vergößerten Glied genauso ginge, sah mich aber auch noch nie in der Gefahr über die Möglichkeit dazu nachzudenken. Jedenfalls kann schöne Wäsche sowohl natürliche Schönheit betonen, wie Abweichungen vom Ideal egalisieren, was sie doch zu einem gewissen Ideal ausgleichender Gerechtigkeit macht und auch weniger von der Natur begünstigte im Wettkampf um Fortpflanzung oder zumindest Befriedigung stärkt. So gesehen wäre die Wäsche ein Mittel der Egalität und im entscheidenden Moment mögen uns alle Hormone genug blenden, dass es uns nie auf etwas anderes ankäme, wir in unserem Gegenüber naturnotwendig die Schönste sehen und sollte es nicht so sein oder Zweifel aufkommen, sollten wir lieber an uns zweifeln und unserem Gefühl als am anderen und uns fragen, warum wir soweit gingen, wo wir nicht bereit sind, ohne jeden Zweifel zu bewundern und zu genießen.

Giacomo Casanova, ein großer Geist und noch gößerer Liebender, liebte die Frauen, auch wenn manche seiner Abenteuer als phantastisch scheinen, fällt doch auf, er schrieb immer liebevoll, war mit viel Gefühl bei jedem seiner Abenteuer und liebte, wenn möglich immer so, als solle es für die Ewigkeit sein. Von ihm zu lernen, einen konstruktivistischen Blick auf das Wunder der Sexualität zu werfen, ist der Schritt zu nicht enden wollendem Genuß. Es geht nicht darum wer besser ist oder was mehr Erfolg verspricht, sondern wie es am schönsten betrachtet werden kann und bedenken wir dabei noch, dass diese Erinnerungen ein alternder, womöglich impotenter Casanova in Böhmen schrieb, voller Sehnsucht auch nach dem italienischen Licht und der freien Liebe, während er gebrechlich inzwischen auf Dux mehr an der Quälerei der dortigen Dienstboten litt, wird noch deutlicher wie liebend einer die Welt betrachet haben muss, sein Leben lang, wenn er noch unter misslichen Bedingungen voller Liebe zurückschaut.

Es scheint am Ende, dass es weniger auf den wirklichen Reiz und die tatsächliche Form ankommt, als auf unseren Blick darauf, warum jede Schwärmerei legitim ist und nie eine Lüge, da sie ja die Wirklichkeit schafft, in der eben dieser Schwärmer nun gerne lebte. Es kommt nicht darauf an, was wirklich ist, sondern wie wir es sehen und also ist es gut, wenn wir, was wir nur hormonell berauscht voneinander sehen oder asexuell in Schwimmbad oder Sauna, durch seine egalitäre schöne Hülle verdeckt, uns als Ideal erscheint. Wer sich mit liebenden Augen ansieht, kann sich nur schön finden, wer nur befriedigt nüchtern schaut, kann es sich lieber selbst machen, da er immer Makel entdecken wird, will er nicht unmenschlich verkehren. Auch darum scheint mir die emotionale Nähe eine Bedingung des genüßlichen Sex, da nur sie es ermöglicht, einander in jeder Lage, davor und danach noch schön zu finden und alles übrige als rein sportliche Übung entbehrlich, die vor allem immer wieder einen ernüchternden und daher für den Rausch des Glückes unnötigen Blick bringt und dennoch lassen wir uns, auch von schöner Wäsche verführt, immer wieder dazu treiben und wissen dabei, es ist nur ein halber Genuss, der danach schnell endet, warum es besser ist, in meinen Augen, sich nur für wenige Stunden zu verlieben, als ohne großes Gefühl miteinander zu verkehren, um sich den ernüchternden Blick zu ersparen, der selten beglückt.

Wieder landen wir bei der seltsamen Mischkalkulation des Sex, der sich, um schön zu sein, aus emotionalen und hormonellen Gesichtspunkten unseres Triebwesens insbesondere im davor und danach zusammensetzt. Nüchtern betrachtet, wäre es in Berlin vermutlich effektiver sich die ganzen Emotionen beim Sex zu sparen, um diesen als solchen sportlich zu genießen. Kann dies aber ehrlicherweise nicht empfehlen, da der nur Höhepunkt auch bequemer und schneller allein erreicht werden kann, der wirkliche Genuss dabei sich aber nur einstellt, wenn er danach nicht regelmäßig in leicht genervte Ernüchterung kippt.

Nachdem mir dies klar wurde, habe ich einen gehörigen Teil meiner Wahlfreiheit verloren. Sex geht nur noch mit der zumindest stundenweisen Illusion des Gefühls, was den Kreis der möglichen Adressatinnen enorm einschränkt und sogar mein Körper folgt diesem Entschluss sehr entschlossen, verweigert für rein sportlichen Sex ohne emotionale Beteiligung den Dienst, was mich erst erstaunte und sodann sehr harmonisch zufrieden stellte. Wir lernen uns verkleidet kennen, ahnen, bis wir es wagen uns auch blind zu verlieben, nicht, was uns erwartet, wie behaart oder nackt unser Gegenüber ist, aber wenn wir es wagen, uns so blind einzulassen, ist der zu erwartende Genuss ein in jedem Fall größerer als für alle, die dabei zu genau hinschauen. Somit gewinne ich durch dies Eingeständnis der lieblosen Impotenz einen unabhängigen Status des Glücks, der egal was uns real erwartet und wie wir das nüchtern fänden, sein Glück maximal genießen kann und was mehr sollte ich anstreben im Irrgarten von Lust und Gefühl?
jt 8.10.14

Dienstag, 7. Oktober 2014

Sex in Berlin XX

In der großmäuligen Stadt, die was sie hat, gern uffem Tablet vor sich her trägt, als sei es dann mehr wert, geschieht viel öffentlich, damit es jeder sieht, insbesondere die Nachbarn und andere, die ruhig wissen dürfen, wie gut es einem geht. Das geht manchmal schon so weit, dass sie hier Pornos aufgedreht bei offenem Fenster im Schlafzimmer laufen lassen, während die Beteiligten selbst in der Küche sitzen, ein Bier trinken und Wurstsalat essen, damit die Nachbarn denken, sie hätten wer weiß was für ein wildes Sexleben und darum neidisch werden. Möchte mich hier lieber nicht im Detail dazu auslassen, in welchen Stadteilen vermutlich mehr nur Pornos laufen, wenn es im Fenster zum Hof stöhnt und wo tatsächlich etwas vergleichbares abläuft, was diese Geräuschkulisse aus der Fülle des Wohllautes erklingen lässt nach ihrer Natur.

Zu hören ist es überall relativ gleichmäßig, wo mit Zuhörern gerechnet wird. Die Ergebnisse dieses Tuns häufen sich aber mehr in weniger Bezirken, was dafür sprechen könnte, dass dort, wo weniger gezeugt wird, die Geräuschkulisse häufiger nur imitiert wird, um die Nachbarn neidisch zu machen. Aber auch da gibt es mal wieder keine wirklich belastbaren Zahlen zu Geräuschentwicklung und Liebesleben der Großstädter in dieser selbst und den provinzielleren Vororten. In Berlin jedenfalls wird mehr der Eindruck von Lust erweckt als diese gelebt, warum auch immer es manchen wichtig scheint, bei ihren Nachbarn dieses wahlweise Hengst oder Stutenwesen als wilden Eindruck zu erwecken, betreiben sie doch einigen Aufwand dafür.

Ob die meisten Stereo- oder gar Dolby-Surround-Anlagen nur zu diesem Zweck beschafft wurden, kann ich nicht kompetent beurteilen, besitze weder einen Fernseher noch eine Anlage die diesen Namen verdiente und nutze meine zu großen Boxen nur noch als Ständer für meinen Samowar oder besonders schöne Bücher, meist übrigens gerade Montaigne, was den Essays hier vielleicht noch einen weiteren Grund gibt, wenn auch nicht wirklich weiterhilft  in der Frage, ob andere diese Geräte mehr zur Vorspiegelung eines reichen Sexlebens haben - Musik dudelt wenn nur aus einem der Rechner und Musik zum Sex ist eher nicht die Regel bis dato gewesen, vielleicht da weniger vorgetäuscht werden musste, vielleicht, aber vermutlich eher, da ich kein Eingeborener bin, mir als geborenen Hanseaten diese seltsamen Spiele eher fremd sind und über die ich im übrigen, bis ich die Nachbarn wahr nahm, nicht weiter nachdachte.

Die öffentlich hörbare Schau um das Verborgene führt zur Frage, ob der Sex in der Stadt weniger etwas Verborgenes ist als eine öffentliche Angelegenheit.  Ein Stück der Präsentation wie jeder Gang in den Kiez einer auf den Laufsteg ist, auf dem wir uns begutachten, gegenseitig. Da wir beim Sex die Nachbarn für gewöhnlich nicht einladen, dies auch in Berlin womöglich noch eine Ordnungswidrigkeit wäre, die von interessierten Beamten verfolgt werden könnte, wird dort, wo hineingeschaut werden kann, zumindest der Vorhang zugezogen, als letzter Anscheinsrest von Anstand, was immer das sonst sein soll, warum im Gegenzug die Fenster geöffnet werden und manche die Lust gern möglichst teilnahmsvoll hier leben, ist mir zugegeben ein Rätsel.

Bin sicher nicht verschämt, bade lieber nackt als in überflüssigen Kleidern, egal wo und finde verklemmte Zurückhaltung beim Sex eher traurig und nervig oder gar erregend wie manche wohl, lebe die Lust und überhaupt also gern ganz nach der Natur, die ich soweit als möglich zu genießen trachte, kenne ohne Götter keine religiösen oder moralischen Bedenken und es mögen alle es so tun, wie es ihnen gefällt und dennoch finde ich es immer noch schöner, lieber für einander ungestört im Intimen zurückgezogen zu sein in voller Ausgelassenheit und schließe ich jedesmal die Fenster, weil ich finde, dass es keinen der Nachbarn etwas angeht wie meine Freundin oder Geliebte stöhnt und wann sie oder wir oder ich kommen.

Es scheint mir dies Verhalten eher völlig natürlich und dem Gefühl zu entsprechen, dass ich für die mir dann nächste hege - möchte sie für mich haben, ungeteilt genießen und wenn dies sicher auch mal zu einem lauteren Schrei führt, den Nachbarn hören könnten, macht mir das keine Sorgen, nur ist der Akt, den Akt von außen quasi abzuschließen, für mich ein Teil seiner Sinnlichkeit, die eben auch in der Eröffnung im Verborgenen liegt, in dem wir uns schenken, was sonst keiner zu sehen bekommt.

Peinlich wäre es mir nicht, sollten die Nachbarn mit dem Ohr an der Wand mithören, sollen sie sich doch daran freuen, da wäre ich großzügig und wer es geil findet, anderen beim Sex zuzuhören, möge sich gern auch daran aufgeilen, nur finde ich die Dialektik zwischen Intimleben und Öffentlichkeit nicht mehr so spannend wie mit 17 als eine Zugtoillette zum Ziel aller Träume werden konnte und der Sex im elterlichen Garten allein darum toll war. Bei den Berlinern scheint sich das weniger zu verändern oder weiter zu entwickeln. Was daran liegen kann, dass die Sehnsucht sich in allem, also auch dabei zu übertreffen und darüber zu reden, hier ausgeprägter ist als anderswo.

Lustigerweise ist mir das beim Sex völlig fremd und finde ich hier den ruhigen Genuss am vorteilhaftesten - nicht etwa still beim Sex - sie mag so laut sein, wie sie nur kann und auch ich möchte nicht schweigen müssen, nein, sicher nicht, sondern die Konzentration aufeinander und die Reduktion auf das wesentliche, als sei Sex eine Form von Meditation und letztlich geht es ja auch, jenseits der ganzen emotionalen Show um auch körperliche Entspannung und so gibt es Leute, die das gern in der Menge tun, wie manche Menschen auch Gottesdienste besuchen, um gruppenweise öffentlich nach Ritus zu meditieren, während andere sich lieber für sich ihre Gedanken machen und ich kann nicht sagen, welche Gruppe glücklicher ist, weiß nur, was mich wenn eher glücklich macht und so gehe ich nicht zum Dienst für irgendwelche erfundenen Götter, die ich nicht kenne, sondern mache mir lieber für mich meine Gedanken, was ich gut und moralisch finde und schließe zum Sex, wenn ich daran denke und dazu komme zumindest, das Fenster, um dem Privaten auch als solchem eine Wertschätzung zu geben.

Wertschätzung scheint ein wichtiger Punkt dabei zu sein, denn sicher mag es auch gut für Kinder sein, sie nicht dem Sex der Erwachsenen auszusetzen, auch nicht akustisch aber darüber hinaus bekommt das, was wir für uns tun, um uns einander zu schenken, zumindest uns einander hinzugeben, einen anderen Wert, wo wir es intim behandeln, was aber vermutlich erst wirklich wert schätzen kann, wer diese Grenzen auch schon überschritt und so bleibt nur zu hoffen, dass alle, die sich da so pubertär öffentlich lieben, auch noch irgendwann feststellen, dass es sich lohnt dies für sich zu genießen, um sich und die Sache zu würdigen und so wie es Leute gibt, die ihren Sex gern öffentlich in Clubs zelebrieren, oder sich dabei von anderen zusehen lassen wollen, wird es auch die Fensterfraktion immer geben, denen es nur gut geht, wenn der ganze Hof mitbekommt, wann und wie oft sie Sex haben, dabei ist die Sache an sich weniger wichtig, als das Gefühl, das sie trägt und warum wir sie gerade dann zulassen oder nicht.

Klar kann ich den Sex in dieser Stadt auch ständig als Freizeitbeschäftigung haben, aber ehrlich gesagt, scheint mir das auch nicht viel spannender als anderer Sport, wenn auch die verbundenen Details es spannend genug machen könnten, finde ich Sex ohne große Gefühle immer langweiliger und frage mich jedesmal danach, wozu eigentlich und so ist es dann eher komisch, was wir dabei miteinander anstellen. Um es wert zu schätzen und der Lust den gebührenden Platz zu bieten, schließe ich Fenster und Vorhänge gern dazu. Wenn ich öffentlichen Sex wollte, ginge ich da hin, wo das üblich und gewollt ist. Soviel zum grundsätzlichen der Lust und ihrem Kontext im Lichte des kategorischen Imperativs, ohne dabei zu vergessen, dass es erst richtig gut wird, wenn es uns alle Grundsätze umwerfen lässt, wenn gerade nötig, warum diese immer nur relativ gültig sind und also wie alle Gesetze eigentlich entbehrlich sind, hätten nur mehr den Mut, konsequent zu denken.
jt 7.10.14

Montag, 6. Oktober 2014

Sex in Berlin XIX

Wir sehen uns und manchmal entwickelt sich schon aus dem ersten Blick mehr, als wir je einen Augenblick davor zu hoffen wagten und doch genügt es manchmal, sich nur anzusehen, um zu wissen, was kommt.

Aber wissen wir dabei das gleiche und schauen wir vergleichbar?

Weiß nicht wie Frau schaut und ob sie kritischer blickt oder eher liebevoll, wenn. Vielleicht schaut Frau auch objektiver und Mann sehr viel emotionaler, mehr das Ziel im Sinn als die neutrale Bewertung des Gesehenen.

Kann bei allem nur berichten, was mir von Frau gesagt wurde und wie sie mir beschrieb, wie sie sich sieht und sagen, wie ich und andere es sehen, kenne bis jetzt keinen objektiven Maßstab.

Sitzen wir im Café und begegnen uns, kommt es auf den ersten Blick oft an, ob sich überhaupt etwas entwickelt. Spüre meist auf den ersten Blick, was es sein könnte und wie Interesse miteinander wächst. Verlasse mich, wie alle wohl,  oft auf diesen Eindruck und freue mich doch, wenn ich feststelle, der erste Eindruck täuschte.

In Sekundenschnelle laufen die Raster ab, die uns entscheiden lassen, ob wir uns bemühen oder nicht, was aus etwas werden könnte. Ob wir uns dabei irrten, erfahren wir nur selten noch, weil Leben schnell weiter segelt. Spannend wäre, zu überlegen, wie sich unser Leben wohl änderte, wenn sich der Filter unseres Blickes nur ein wenig änderte. Vielleicht kann schon die Offenheit uns den Horizont erweitern, mehr zu genießen, was ist, warum sich das Nachdenken zu lohnen scheint.

Grundsätzlich offen freue ich mich an nahezu jedem weiblichen Lächeln und genieße, was ist, oder träume von dem, was sein könnte, um darüber zu schreiben. Meist mit Schreiben beschäftigt, passiert selten viel mehr als dieser erste Blick und das neugierige Lächeln und so bin ich im Zwiespalt zwischen dem Nichts, was meistens nur geschieht und dem mehr, was sein könnte, aber dann unbeschrieben blieb und so ist es eine Entscheidung zwischen dem Erlebnis und seiner Beschreibung.

Zum Glück gibt es hier genug erlebnishungrige, die sich gerne ganz einander und dem aufeinander zugehen hingeben, was schon vom ersten Augenblick an, schön zu beobachten ist. Auch wenn sich eine gewisse Wiederholung einstellt, da das Kennenlernen und sich wenn möglich näher kommen, ganz nach immergleichem Schema abläuft. Frau bemüht sich um Aufmerksamkeit mit viel Engagement und wenn sie es gewonnen hat, übt sie sich anschließend in um so mehr Zurückhaltung, um das Interesse wach zu halten. Mann ist entweder offen, schaut um sich, was selten großes Interesse erregt oder gibt sich beschäftigt, um ihre Aufmerksamkeit zu wecken, was sofern er den richtigen Zeitpunkt erwischt, an dem er vom Desinteresse zur gelangweilten Aufmerksamkeit wechseln muss, die effektivere Methode scheint, entdeckt zu werden.

Der immer beschäftigte Schreiberling, also ich selbst, nimmt sich da mal aus, da ein Rechner vor der Nase scheinbar abschreckend genug ist, die Nachfrage nicht zu hoch werden zu lassen, um noch ungestört zu schreiben, und sollte es anders sein und somit ein Konflikt zwischen dem Willen zur Kunst und der Lust jenseits des Willen entstehen, hilft es immer als Flaneur genau zu beobachten, was beschrieben werden soll, um jedes Interesse erlahmen zu lassen, denn, wo Frau sich beobachtet sieht, muss sie sich nicht bemühen, sondern im Gegenteil, dem unausgesprochenen Ritus zufolge, sich desinteressiert immer zeigen, was dann ungestört schreiben und beschreiben lässt, was um uns passiert.

So war es auch mit der Schönen mit den braunen langen Haaren, den langen Beinen und der sehr bürgelichen Eleganz für eine vermutlich Studentin, die zunächst Aufmerksamkeit von möglichst vielen Seiten suchte, auf der Jagd nach dem Pianisten, mit dem sie heute zumindest Händchen ein wenig auf dem Sofa hielt und der so lange er schon im Keller hier spielt, der Schwarm aller schönen jungen Frauen ist und der anderen vermutlich auch, nur kann ich da nicht so genaue Beobachtungen aus eigener Sicht bestätigen. Der Franzose mit dem etwas längeren Dreitagebart und den nicht ganz schulterlangen Haaren, die er sich gern mit viel Grandezza beim Spielen aus dem Gesicht wischt, ist ein schöner Mann. Sie eine Frau von großer Schönheit und doch spielte sie solange, bis sie sich vorsichtig erstmals berührten.

Eifrig hatte sie zuvor dafür gesorgt, dass sein Platz neben ihr wieder frei wurde und doch suchte sie wieder Blickkontakt nachdem er anfing, sich um sie zu bemühen - bis zu einem Kuss kam es nicht, vorher verabschiedete sie sich von ihren Freundinnen mit einer Umarmung und von ihm auch eher formell, verschwand als er nochmal mit dem Veranstalter hier sprach - auch so ein schöner, großer Mann, der durch seine völlige Ungerührtheit die Frauen reihenweise in den Bann zieht, ohne je mehr als ein Wort als gerade nötig zu sagen, auch wenn er sehr ausgelassen sein kann, wenn er will und nicht seine Rolle hier spielt im zirkus des Beobachtens und beobachtet werden.

Der singende und Klavier spielende Franzose, der mit tiefer Stimme dennoch sehr gefühlvoll singen kann, löst regelrecht Begeisterung im Publikum aus, die Blicke kleben an ihm. Viel gäbe ich dafür die Gedanken der Damen hier, lesen zu können. Aber vermmutlich ist es gut so, dies nicht zu können uns sich also lieber der Phantasie der hehren Gedanken hinzugeben, denn womöglich wären die Phantasien der Zuhörerinnen viel schlichter als sich Mann das so romantisch verklärt vorstellt. Überhaupt üben die Musiker, die auf der Bühne stehen wohl eine eigene Faszination auf die Damen aus, was an den Blicken schon sichtbar wird, denn hier dürfen ja alle beobachten und schauen, ohne aufzufallen.

Der Traum von dem, den alle beobachten, gemeint zu sein und als diejenige erwählt zu werden, für die er singt, die das Gefühl seiner Lieder teilt, scheint eine eigene Faszination, die sichtbar viele voller Lust teilen. Die Beobachtung der Zuschauerinnen, finde ich zugegeben noch spannender als die der Musiker, die ich ja höre und was sie da tun, um den Klang zu erzeugen, fasziniert mich weniger, außer sie sind Musikerinnen, die aus anderen Gründen faszinieren, denn von Musik verstehe ich nichts, höre sie nur gern, wenn gut.

Aus dem Betrachten der schwärmenden Zuschauer lässt manches auf die Art der gegenseitigen Beobachtung schließen. Auch wenn die Musik noch eine romantische Verklärung eigener Art schafft, wird doch deutlich, dass Frauen anders beobachten und zuerst wählen und erst dann schwärmen, während es Männer oft umgekehrt tun.

Ich sehe eine Frau, freue mich an ihrem Anblick, was immer dazu Anlass gibt, es müssen nicht die klassischen Schemen sein, schwärme in mir für sie, ohne damit gewählt oder entschieden zu haben, was ich nun wollte, ist es eher ein offenes Schauen. Frauen scheinen mir da planvoller vorzugehen und zunächst zu wählen, um dann gezielt hinzusehen oder wegzuschauen, je nachdem an welchem Punkt der Annäherung sie sich nun befinden.

Aber, was weiß ich schon von den Gedanken der Frauen dahinter, die auch sich viel kritischer meist betrachten, als ich sie sehen würde in meinem schwärmerischen Blick, der sich lieber freut. Wo ich in den Spiegel schau, übersehe ich lieber, was mir nicht gefällt, schaue auch darum nur wo nötig, etwa beim Rasieren, in den Spiegel und sonst  eher nur beiläufig, nie um mich kritisch zu betrachten, auf die Idee für mich zu schwärmen, käme ich nicht und dennoch übersehe ich die Makel, was immer das wem auch sein soll, lieber. So, wenn ich beim Friseur, wenn sie mir die frisch geschnittenen Haare von hinten zeigt, lieber nicht zu genau hinsehe, weil ich das Faktum des hinten lichter werdenden Haupthaares nicht noch bestätigen muss, was ich nicht sehe, ist nicht, auch wenn es mir im übrigen egal ist und die Dichte des Haares nichts mit der Potenz oder Intelligenz zu tun haben soll.

Vielleicht unterscheidet diese Haltung zu sich Männer und Frauen grundsätzlich, auch wenn ich mir dabei nicht sicher bin, wie auch, scheinen mir die Zweifel an kleinen Äußerlichkeiten das Leben vieler Frauen mehr zu bestimmen als es das der meisten Männer tut, die eher die Tendenz haben eigene Mängel lieber großzügig zu übersehen. Es gibt auch den Typ Mann, der Frauen taxiert und vermisst, sie in ein Schema einsortiert und wo sie dem nicht entsprechen, abwertend bewertet - aber weder zähle ich zu diesen, noch möchte ich dieser schlechten Angewohnheit zuviel Raum geben. Würden es Frauen auch nicht, sondern erkennen, wie die Mehrheit der Männer auf sie schaut und wie liebevoll die meisten eher blicken, auch wenn sie vom Trieb getrieben durchaus mal mehr wollen, die Welt könnte eine schönere sein, auch wenn viele, die professionell künstliche Schönheit herstellen wollen,  dann vermutlich arbeitslos würden, wäre es das Risiko wert, dem Gefühl zu trauen, denke ich.

Es ist, scheint mir der Unterschied zwischen dem Blick fürs Ganze und der Detailversessenheit, die sich da unterscheidet. Eine Geliebte von mir, leider bis dato nie mehr, da verheiratet noch, litt immer sehr unter irgendeiner Hautveränderung an einer Stelle ihres Körpers, die sie darum auch als wir zusammen schliefen, bemüht war, schamvoll zu verhüllen, was ich nie verstand, da ich sie doch immer als Ganze sah, sie als Frau für mich die Schönste ist, die ich je sah und wenn sie an einer Stelle eiternde Furunkel hätte, dies nichts am Gesamtbild ändern würde, ich sie schön liebe und nur das für mich letztlich zählt - während für sie dieses kleine Detail, was sie noch schamvoll vor mir verhüllte, während längst alles andere in der Leidenschaft einander offen lag, für sie eine ihre gesamte Stimmung betreffende Rolle spielte, war es mir völlig egal und ich litt nur daran, dass sie nicht so entspannt genoß, was ist, wie es meiner Natur entspräche, da ansonsten die Harmonie eine Vollkommene war auf jeder Ebene.

Auch wenn nun diese mehr als nur hochintelligente Frau von sich sagt, ihr Gehirn funktioniere neurologisch männlich, zeigt doch diese, wer weiß ob mehr von Hormonen oder sonstigen Boten gesteurerte Reaktion in meinen Augen etwas typisch weibliches, was die Kommunikation zwischen den Welten unnötig zu erschweren scheint. Sie ist für mich die schönste Frau, die ich kenne oder je sah - was sie  eigentlich auch weiß, wenn auch nicht glaubt, aber das ist eine andere Geschichte. Es ist mir egal, ob sich dieser Blick objektivieren lässt, es alle so sehen können müssen oder es genügt, dass sie mir so scheint, solange mich ihr Anblick so verliebt und glücklich macht, wird es gut so sein und dabei interessiert mich nicht, was sie an sich alles nicht mag, sondern ich freue mich an ihr und weil ich sie liebe, ist mein Urteil eines, was die ganze Person würdigt und nicht ihre Details.

Spannend aber wird es, wenn ich nun bedenke, dass ich sie auch und gerade in ihren Zweifeln an sich so liebenswert finde und finde diese machten sie noch schöner. Hier mischt sich ganz direkt die Haltung in den Blick. Wer uneitel und bescheiden ist, scheint uns schöner, als wer sich auf dem Glanz seiner Schönheit nur ausruht. Dennoch fallen uns die Selbstbewussten schneller auf, scheinen uns die schön, die sich schön finden und die eher bescheidenen Wesen fallen durch das Raster. Bei ihrer Größe, fällt sie zwar durch kein Raster mehr, zieht logisch Blicke auf sich und ich fragte mich also, sagt sie das und gibt sie sich so, weil sie eben uneitel scheinen will, um mir so zu gefallen oder ist sie vielleicht viel eitler und fischt auf diese Art nach Komplimenten, liege ein taktischer weiblicher Schachzug der Verkehrung vor, auf den Männer so gern hereinfallen.

Ich weiß es nicht, aber es macht mich auch nicht glücklicher darüber nachzudenken, wie es denn nun wirklich sein könnte, im Gegenteil dieses Gewirr schickte mich nur in Zweifel, die sich in neuen Zweifeln verwirrten, mich am Ende völlig verwirrt zurückließen. Nun gibt es Gerüchte, genau dies sei die Absicht der Frauen, um leichter zu herrschen. Frage mich dabei wozu und über was, denn mein Herz hat die, die es angeht ohnehin in der Hand, Taktik  und Spiele bräuchte es nicht und warum sollten wir trüben, was dazu da ist, genossen zu werden?

Also nehme ich, um mich wohl zu fühlen und mit meinem schlichten geringen Verstand irgendwie zu begreifen, an, es sei so, wie sie es sagte und sie meinte, was sie sagte, sei also eher zweifelnd und uneitel und erscheint mir darum um so schöner, weil scheinbar der Charakter eine große Rolle bei unserem Blick auf die Person spielt, unser Bild von einem Menschen beeinflusst und so fragt sich, inwieweit es beim Blick noch um Äußerlichkeiten geht und wo wir dies betreffend wozu eine Trennungslinie ziehen sollen.

Die Frau, die ich liebe, ist mir die Schönste, weil ich sie liebe und ich liebe sie, weil sie mir als die Schönste erscheint und es also nicht anders sein kann. Aber es gibt ja nicht nur den Blick auf diese eine, mein unerreichbares Ideal, sondern auch noch den einfach neugierigen Blick. Andere Frauen betrachte ich mit einer ähnlichen Haltung, die sich am Schönen freut aber mehr wert auf den Blick hinter die Kulissen legt. So gibt es eine Bedienung in einem benachbarten Café, die das bezauberndste Lächeln hat, das ich je bei einer Berlinerin sah - sie finde ich schön und liebenswert, ihres Lachens wegen und so sehr ich nun auch überlege, wollen mir doch keine unattraktiven Details an ihr einfallen, habe ich ihr Lachen alles dominierend in Erinnerung, ist sie darum schön für mich, auch wenn sie als Typ sonst keine große Gefahr liefe, in meinem Beuteschema hängen zu bleiben.

Natürlich sehe ich auch mal dicke oder unförmige Menschen, die meinen Sinn für Schönheit nicht so sehr beeindrucken, eher zum wegschauen anregen und sicher gibt es gerade in dieser Umgebung, die ich mir aussuchte, mehr schöne Menschen zu sehen, als es in anderen Teilen Berlins aus meiner Sicht der Fall ist, nimmt der Geschmack vom Zentrum zum Rand hin wohl exponentiell ab, aber dennoch sehe ich, auch wenn ich mal im Westen Berlins weile oder an den östlichen Rändern, eher schöne Menschen oder die Schönheit an ihnen, wenn auch außerhalb der gepflegten Mitte logisch seltener, da was im Zentrum konzentriert auftritt, zu den Rändern hin ein wenig zerfasert. Nur ist dieser Blick objektiver oder eben der getrübte derer, die im Zenrum leben und sich an vermeintlich geballter Schönheit erfreuen?

Das ich immer eher mit viel Gefühl schaue und nie den Anspruch erhebe, objektiv zu sein, habe ich, glaube ich, schon erwähnt, warum sich alles weitere zu diesem Punkt insoweit erledigt hat. Schaue also aus meinem Horizont in die Welt, die mir nur so scheint, wie ich sie sehe und frage mich nun, ob es für das ästhetische Empfinden wichtig wäre, einen objektiven und allgemeinen Maßstab zu finden, oder ob es uns genügt, immer nur beschränkt subjektiv schön zu finden. So gesehen habe ich keine Ahnung, was wirklich schön ist, da ich meinen Horizont bei der Betrachtung der anderen zum allgemeinen mache und auch wenn ich anders wollte, kaum mehr sehe, als ich bin und kann.

Es ist für mich nicht wichtig, ob alle anderen auch die Frau, die ich liebe so schön finden, wie ich sie finde - wenn das sozusagen ihr UPS für mich ist, finde ich das gut so, weil es uns einander erhält und die Konkurrenz minimiert und wenn wir beide dieser Meinung sind, ist jeder weitere Gedanke zu diesem Thema hinfällig, wir haben unser Glück dann miteinander gefunden, weil wir uns schön finden, egal was andere meinen und darum wohl objektiv damit viel glücklicher sind als viele andere, die sich noch mit normativen vermeintlich objektiven Maßstäben quälen in einer Welt, die meint, einen Maßstab für Schönheit im Durchschnitt gefunden zu haben.

So gesehen liebe ich wohl überdurchschnittlich und habe immer gestaunt, wenn sie, die ich liebe und verehre, mit ihren noch nicht mal vierzig Jahren mir erzählte, ich hätte sie mal vor ihren Kindern sehen und kennenlernen sollen, da wäre ihre Figur wirklich objektiv schöner gewesen und jetzt sei es eben so und denke dann, dass sie damals, anfang Zwanzig höchstens vermutlich, nur halb so interessant oder schön gewesen sein kann und mische wieder Anschauung von ihr und Blick auf sie. Ist es erstrebenswert zu einem Durchschnitt zu gehören oder lieben wir gerade das, was ihn überragt und mehr ausmacht als irgendwas?

Weiß nicht, was wirklich schön ist und ob was andere für wirklich schön halten, mir noch so scheinen kann, weil ich alles durchschnittliche langweilig finde, auch wenn ich mich meist wie üblich am großen Durchschnitt mit 90% meiner Sichten nur orientiere. Die Zahlen taugen nun zu keiner Statistik, vielleicht sind es auch 99% oder nur 78%, aber insofern jede Statistik nichts als die Hure derer ist, die sie aufstellen, kann auch dies dahinstehen, es wird ja deutlich, was diese völlig irrelevanten Größen sagen sollen, ich halte mich im meisten nicht für ungewöhnlich und möchte es doch im Gefühl und in meiner Liebe sein. Daher finde ich den getrübten Blick wunderbar und am schönsten, wenn sich zwei solchermaßen Sehbehinderte tatsächlich treffen und einen Weg finden, mit dieser wohl Trübung füreinander gut zu leben.

Dann könnte auch egal werden, ob Frauen anders schauen, ob sie dies mit eher männlich oder weiblich geprägtem Hirn tun, da es am Ende nur darauf ankommt, was uns glücklich macht und wie wir dies Glück halten - mehr als glücklich können wir wohl kaum sein, warum alles, was dazu beiträgt, mir gut erscheint und ich dies nach Kräften erstrebe, egal, was andere für objektiv halten oder nicht, denn, wenn ich die schönste Frau der Welt liebe und sie mich und wir damit glücklich werden sollten je, was bräuchte es dann noch für einen anderen Maßstab, oder ist das zu beschränkt männlich gedacht?
jt 6.10.14

Sonntag, 5. Oktober 2014

Sex in Berlin XVIII

Sex ist das Ergebnis von Kommunikation zwischen den Geschlechtern, ob nun des gleichen, verschiedener oder multipler Varianten davon. Er ist so spannend, weil die Kommunikation immer wieder so schwierig ist, sich nicht einfach zur Sache verständigt wird, sondern lange um diese herum geredet wird, auf dem Drahtseil gespannt zwischen Gefühl und Lust.

Ob dem Sex etwas fehlte, wenn wir uns dazu einfach vertändigten, klar auf das Ziel gerichtet ist die eine Frage, die manche für sich verneinen würden und dabei auf Prostitution oder die Lust nur um der Lust willen schauen, andere aber immer bejahen würden, die ohne die Anbindung an das Gefühl, keine erotische Spannung entstehen lassen können.

Außer im Fall der Prostitution klappt die Verständigung selten zielgerichtet sondern nimmt immer Umwege, fühlen wir uns, wenn einer daraus ausbricht eher vor den Kopf gestoßen, soweit wir eine romantische Neigung haben noch mehr. Denke ich an meine Liebhaberinnen, kann ich zumindest für mich sicher sagen, ohne die Idee eines Gefühls füreinander, ist die Sache als bloßer Akt langweilig und interessiert mich nicht mehr. Purer Sex hinterlässt einen irgendwie faden Nachgeschmack, warum die auch verbale Zärtlichkeit drumherum doch wesentlich wichtiger sein kann, als sie uns im Akt an sich erscheint, wo wir nur noch körperlicih getrieben, uns umeinander bemühen, mehr tun, als wir oft wollen.

Manchmal bedarf es auch nicht mehr vieler Worte, weil alles spürbar ist und die Kommunikation bereits nonverbal so klar war, dass im Ergebnis nur Sex noch der nächste Schritt zueinander sein kann. Manche ziehen auch dann noch den Eierlauf mit verbundenen Augen vor in der irrigen Überzeugung, dies könnte ihnen gut tun, gäbe einander mehr Wert, auch wenn dies selten so vor sich zugegeben wird, sondern meist eher die besten Ausredenmodelle ausgesucht werden, sein Verhalten entgegen der eigenen Natur, die ja wollte, aber sich nicht verschenken will oder was immer hier als Ausrede taugt.

Viele Fälle scheitern an diesem einfachen Hindernis, was sich am liebsten in verschlossener Kommunikation ausdrückt, die gerne das Gegenteil von dem sagt, was sie meint, warum die Verständigung zwischen denen, die sagen, was sie meinen und jenen, die sich nur verdeckt offenbaren immer schwierig bleibt. Warum besonders Frauen, die betonen, ihnen sei Ehrlichkeit am wichtigsten, dazu neigen genau so sich verständigen zu wollen, also eigentlich, ehrlich gesagt, alles tun, Kommunikation zu verhindern, ist eines der großen Rätsel.

Spannend wäre hier die Frage, ob dies aus der Natur der Frau oder dem sozialen Kontext resultiert. Viel spricht dafür, dass es nur die Anpassung an Erwartungen und gesellschaftliche Regeln ist, die dies hervorbringt. Sie will ja, eigentlich, aber sie kann ja nicht so wollen, oder es ihm so sagen, weil sie meint, was wir haben, wäre uninteressant und spannend würde nur, was wir nicht bekommen. Weiß nicht, wie oft ich diesen Satz von Frauen schon zur Rechtfertigung eigentlich absurden Verhaltens gehört habe, denke auch lieber nicht darüber nach.

Nach meiner beschränkten Erfahrung und über was mehr soll ich reden, als was ich kenne, passen sich auch Männer gut in diesen eigentlich von Frauen diktierten Konsens ein, wonach Frau nur reizvoll ist, wenn sie schwer zu erringen ist oder scheint, während was leicht und willig vor uns liegt, schnell jeden Reiz verliert. Auch ich funktioniere immer wieder so, sogar wenn ich es mir bewusst mache und das Gegenteil behaupte - denn Frau hat ihren Reiz auch daraus, dass wir sie erringen müssen. Welch atavistisches Schauspiel, fern jeder egalitären Beziehung, spielen wir da?

Scheinbar funktioniert das Spiel umgekehrt genauso - am interessantesten wirke ich dann auf Frauen, wenn ich entweder glücklich liiert bin oder mich sonst nicht sonderlich interessiert gebe, während ich am schnellsten scheiterte, wo ich mich bemühte und alles gab, um ihr Herz zu erringen und dies auch so offen ihr sagte. Scheinbar fehlte dann die Spannung, die sich uns einander unter Aufhebung aller Zweifel der Verständigung lustvoll hingeben lässt.

Es gibt seltene Ausnahmen, wo die Verständigung auf die je Lust auf der Ebene des Gefühls schon so innig ist, dass es keiner anderen Verrenkungen mehr bedarf, einander zu reizen. Dennoch gilt wohl immer, interessant sind wir, wenn wir uns nicht füreinander interessieren und nichts vor allem beabsichtigen - uninteressant werden wir, wo wir die Absicht aussprechen, auch wo wir sie in einen großen Wattebausch des Gefühls packen.

Erinnere mich in diesem Zusammenhang an verschiedene Fälle, wo das Gefühl vorab schon sehr innig war, der letzte Schritt zum Vollzug aber meinerseits ausgebremst wurde, auch aus dem guten Willen, dem Gefühl mehr Raum zu geben und dann das ganze von Frau abgebrochen wurde, weil sich die Situation und damit die Spannung in ihr verflüchtigten. Wenn Mann dann noch oder doch will, ist das scheitern in nahezu allen Fällen, außer es besteht bereits eine große emotionale Abhängigkeit, vorprogrammiert. Kenne keinen anderen Fall, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen, was ich ganz leichtfertig so sage, weil ich ohnehin davon überzeugt bin, dass dies nicht geschehen wird.

Weiß vom Hörensagen, dass Männer dies untereinander eher nicht betreiben, aber auch dort gibt es auf emotionaler Ebene ähnliche Spielchen nur der Sex wird untereinander wohl auch direkter kommuniziert nach meiner geringen Erfahrung dabei. Frauen sagen, so sie Frauen lieben, gerne, dies sei reine Gefühlssache und es gäbe da eine Nähe und Verständigung, die mit Männern nie erreicht werden könne, was auch für den Sex gelte, auch wenn sie dennoch Männer mal oder dauernd vorziehen, sagten sie es mir so. Damit ist nicht klar, ob das Spiel untereinander genauso gespielt wird.

Die rein soziale Notwendigkeit entfiele hier und dennoch wird die untereinander oft in noch stärkeren Maße imitiert. Eine der Parteien spielt die Männerrolle und eine die dann eher Frauenrolle, was auch amüsant in Anbetracht der Tatsache ist, dass die Mehrheit der Heteros sich gerade bemüht, diese Rollen hinter sich zu lassen in der Meinung der Umgang miteinander würde damit gerechter und besser, die Verständigung leichter.

Sofern aber diese Muster, die auch homosexuelle Paare wiederholen, in teilweise sogar potenzierter Version, aber in unserer Natur lägen, wäre der Versuch, sie zu überwindern ein paradoxer und wir balancierten nur durch uns wesensfremde Rollen aneinander vorbei und könnten nur der Natur und unseren eben auch Trieben, geeint mit dem nicht vollständig logisch zu definierenden Gefühl, dankbar sein, dass sie ein Zusammenkommen auch wider diese widrigen Umstände immer wieder realisiert.

Wenn es aber in unserer Natur liegt, uns eben zu suchen und zu finden, wenn es passt, wäre alle Kommunikation überflüssig eigentlich. Was wir spielerisch für den logischen Anfang halten und mal mehr genießen, manchmal auch nur erdulden, wäre eine nur soziale Bedingung, auf unsere Natur gesetzt und ihr entgegengestellt, auch wenn wir uns gerne sagen, ohne diesen Kontext kein Gefühl und ohne Gefühl kein schöner Sex.

Um so mehr ich darüber nachdenke, wo ich triebhaft meiner Natur folge, wo ich sie diszipliniere um des Kontextes willen, um so weniger kann ich sagen, was wann ist. Oft hat es von allem etwas und ist nichts isoliert existent. Wir treffen im sozialen Kontext aufeinander, auch in sozialen Netzwerken, die darum ein solcher Tummeplatz der Liebenden sind. Wir meinen uns davon durch die Einmaligkeit des Gefühls wieder zu isolieren, einen neuen sozialen Kontext zusammen zu bilden und irgendwo dabei rutscht dann auch die Lust aufeinander dazwischen.

Frage mich also, ob es mich freier machte, wenn ich den ganzen Vorgang des sich Verliebens neurologisch verstünde, logisch als Teil meiner Natur, die auf Arterhaltung gerichtet ist und der ein sozialer Kontext gut tut und habe inzwischen das Gefühl, es kann dahinstehen, vielleicht kann auch beides nebeneinander existieren - unsere Natur die aus der Fülle von Gründen schöpft, wie das Gefühl, das uns so groß und schön scheint, dass es in keine Schublade passt.

Schön wäre es, wenn wir uns darüber verständigen könnten, was uns sichtbar schwer fällt, weil es uns manche Salti ersparte, die immer eine hohe innere Verletzungsgefahr bergen. Zu gewinnen gäbe es das Glück der Harmonie von dem, was wir für unser Gefühl halten, mit unserer Vernunft und Natur, warum das schwierige Experiment der Verständigung gewagt werden sollte, sofern es eine Chance hat, so schlecht auch die Aussichten sind.

Sex ist auch am Ende immer Kommunikation, nur ist es selten das Ergebnis von dem, was wir eine vernünftige Kommunikation nennen, sondern passiert meist nur trotzdem.
jt 5.10.14

Freitag, 3. Oktober 2014

Sex in Berlin XVII

Die Nacht vor dem freitäglichen Einheitsfeiertag nutzen viele der Berliner und noch mehr vermutlich ihrer Gäste, um sich der Lust hinzugeben, zusammen zu feiern und gut gefüllt sind noch die Bars um den Platz auch um die zweite Stunde des neuen Tages wie deren Gäste. Besonders vor der Stadtkind Bar tummeln sich heute viele sehr angeregt umeinander während drinnen bei weit offenen Fenstern in dieser milden Oktobernacht zu Hits der 80er getanzt wird und fast surreal wirken die Klänge, die so auf die Straße schallen, alles sonst übertönen, Gespräche zum sich anbrüllen fast schon machen und noch schallt nur das Echo der Feier um den Platz, nur die griechische Bar und die kleine neben ihr haben noch genug eigene Lautstärke einen Moment nichts von den anderen zu hören.

Solche Parties wie jene im Stadtkind dort gelten immer als guter Ort der Suche, um einander zu finden. Entsprechend angeregt sind die Teilnehmer miteinander und das Geheimnis ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der Gäste bildet ein eigenes Band zwischen ihnen - sie sind vertraut miteinander und zugleich fremd ihrer Umgebung, die in den geschlossenen Kreis eindringt. Der Flaneur läuft auf dem Bürgersteig mitten durch eine Party und ist so Gast, da mitten unter ihnen und Fremder zugleich. Beobachtet einen Moment die dort, erntet das Lächeln eines Herren, der als Dritter bei einer Dame steht, die schon zwei Herren alleine unterhält mit beiden Armen und der Musik angepasster Lautstärke in ihrer Stimme, die ein wenig schrill ist. Wonderbra erhoben streckt sie ihre Brust den beiden aufmerksamen Zuhörern entgegen, eine Hand in die Hüfte gestemmt, eine in erläuternder Bewegung. Dem Herren, der den Beobachter lachend bemerkte ebenfalls zulachend, liegt viel Zwinkern über die engagierte Ernsthaftigkeit dieser radschlagenden Pfauin und beide fragen sich, was sie wohl damit bezweckt und ob sich einer der beiden anderen, ihrem Sermon beugt, um Zugriff auf die Welt unter dem Wonderbra zu erhalten, was angesichts der Engagements sicher noch dauern wird. Auch wenn sich der Herr fragt, wohin es wohl führt, ob mehr Nähe da abgesehen von der nicht unattraktiven Fassade noch reizvoll wäre, oder wie lange er sie wohl küssen müsste, um das Übermaß der Worte auf eine erträgliche Menge zu reduzieren, der Lust Raum zu geben.

Wir werden es nicht erfahren, auch wenn das Ende absehbar ist, entweder sie wird bis Kuss und Zugriff konkret werden, immer weiter reden, es sei denn der Alkohol erschöpft sie irgendwann zuvor noch, was allerdings die reale Gefahr birgt, dass sie dann sogleich ganz müde wird und sofort schlafen will oder, ganz im Gegensatz zu vorheriger verbaler Ausgelassenheit, die Schüchterne gibt und ganz gegen die Natur der Teilnehmer als unberührbare Unschuld sich gibt.

Wie auch immer es am Ende ausgeht, denkt der Flaneur im Vorübergehen, weiß warum ich lieber einen Bogen um betrunkene Frauen inzwischen mache, auch wenn es manche löst und locker macht, wachst Du selten oder nie erfreut daneben auf, lohnt es sich nicht, anderes zu erwarten, eher macht der Alkohol ehrlich und wenn diese Ehrlichkeit ganz im Gegensatz zum sonstigen Wesen steht, stimmt auch etwas nicht. Wer nüchtern weniger reizvoll ist, sollte betrunken nicht so scheinen, als lohnte es sich. Warum soviele in den Rausch fliehen, um einander zu wollen, oder entspannt genug zu sein, dies wollen voreinander zuzugeben, ist mir ein Rätsel, dabei ist Sex doch im vollen Bewusstsein seiner Kräfte am schönsten und was sonst sollten wir wollen?
jt 3.10.14

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Sex in Berlin XVI

Es gibt Abende an denen liegt der Sex in der milden Luft, welche die noch relativ leicht für den 1. Oktober bekleideten umspielt. So sehen sich die Fremden im Vorübergehen an und jeder spürt, hier genügten wenige Worte, damit etwas passiert, beide sich in die lustvolle Spannung fallen lassen, die eben in der Luft liegt.

Überhaupt, die Berliner Luft, schon in Schlagern besungen und doch so oft kaum den Namen wert, da stickig oder verraucht, voller Staub und dem üblichen Dreck einer Millionenmetropole, der eher Sorge um die eigenen Poren macht, als ein eingeatmeter Lustgewinn noch zu sein. In Nächten wie dieser aber, wo es schon abkühlt aber noch mild bleibt, streichelt sie uns zärtlicher als Hände es könnten und ersetzt die nur geträumten beim Gang um den Platz mühelos.

Eine Luft voller Lust, erwartungsvolle Blicke, Hoffnung und Sehnsucht schwirren durch herbstliche Milde und so spiegelt schöner Herbst schönsten Frühling nur nicht als vorsichtiges noch werden des jungfräulichen Jahres, sondern als gereifte Zeit, die Erfahrung des Sommers schon im Rücken, weit über diesen hinaus ein nochmal glänzen in den Farben der Blätter, die langsam die Bäume entblößen. Noch nicht nackt und schutzlos wie im Winter, der sich nach Schnee als milder Decke sehnt, sondern eben noch nicht vergangen und doch auch nicht mehr Sommer, etwas nachdenklicher vielleicht, nicht aufgewühlt oder erdrückt von der Hitze sondern einfach da mit der Erinnerung der Lieben des Jahres.

Sich im Herbst finden und diesen gemeinsam genießen, muss wohl das schönste Glück sein, was ich mir vorstellen kann, als Kind des Herbstes vielleicht naheliegend und doch scheint mir gerade die Liebe im wie zum Herbst, diejenige jenseits der vierzig, die nichts mehr an neuen Erfahrungen um der Erfahrung wegen sucht, sondern genießt, was ist, wie es kommt. Es ist die reife Liebe, die auch eine Lust kennt, wie wir sie vorher nie erlebten, weil die Reife und Ruhe sie zu würdigen, fehlte.

Sich an kleinen Details freuen und sich auf sie konzentrieren, um nicht den frischen Körper zu erwarten, der noch stets neue Blüten sucht, wie sie die Lust an so vielfältigen Punkten und in so unterschiedlichen Varianten offenbart, sondern sich an den gereiften wie erfahrenen Liebsten zu freuen, für die auch die Nähe ein Glück des Moments ist, weil sie nicht Rekorde oder Ziele erreichen müssen, sondern einfach genießen können.

Die Lust im Herbst muss sich nicht mehr überschlagen, um Rekorde zu brechen, die eigenen oder die der anderen, mit denen noch so lange konkurriert wird, wer im Frühling am schönsten blüht, im Sommer seine Triebe am höchsten schießen lässt, um gleich den größten Bäumen über die anderen hinaus zu wachsen. Es ist mehr dieses um sich schauen, sich an der Schönheit erfreuen, die einfach da ist, auch der schon fallenden Blätter, der kleinen Falten wie der Versuche noch den Anschein des Frühlings zu wecken, die der Herbst mit seinen milden Farben und Temperaturen gar nicht mehr braucht, weil er sich mit der Mischung aus Erinnerung an die Leidenschaft des Jahres wie der eigenen Schönheit, die noch einmal blüht, nicht mehr beweisen muss.

So sehe ich beim Gang um den Platz noch junge Paare, die ein wenig Sommer oder Frühling spielen, weil es ihnen entspricht, die aber von der reifen Schönheit wenig merken, weil sie noch viel zu sehr von der keimenden Leidenschaft gefressen werden, die den Blick auf bloße Lust lenkt und Schönheit kaum sieht. Welch Genuß daran vorbei zu gehen, ihnen ihre Lust zu gönnen, im Wissen die eigene ist eine andere, muss sich niemandem mehr beweisen und kann genießen, was ist, wenn es da ist. In dem Moment ist sie nicht weniger leidenschaftlich als die des Frühlings und strebt zum gleichen Ziel des Höhepunktes, aber sie kann es in Ruhe genüßlich tun, verzögern und warten, braucht es nicht einfach, um sich zu befriedigen sondern genießt das Ganze umfassender.

Kann auch die Stimmung als Sex genießen ohne mehr zu erleben als einen Blick, der mehr sagte als der viele schnelle Sex, den leidenschaftliche Junge sich in solchen Nächten noch in vielen dunklen Ecken suchen, hat Zeit und nimmt sie sich. Geht vorbei, erwidert ein Lächeln und denkt sich, es wird irgendwann wieder da sein, heute genügt der Gedanke und der Genuß sich von der Luft streicheln zu lassen, um den Herbst zu würdigen und nicht Frühling zu spielen anstatt.

Einfach für sich bleiben und genießen, wie schön es ist, dass so viel Lust in der Luft liegt, zu wissen, welche Wege sie nehmen könnte, ohne sie darum einzig gehen zu wollen, sondern die Stimmung zu genießen, ist ein viel größeres Glück, scheint mir gerade als das erfolgreiche Wechselspiel mit erreichtem Ziel der Befriedigung und so sich im Herbst Zeit zu lassen, um zu genießen, was ist, ohne mehr zu erwarten, würdigt die Lust des Moments, ohne sie erobern zu müssen - sie ist ja da und wird schon kommen, wenn es passt.

Rede ich mir nun die real existierende Einsamkeit schön, um nicht zu leiden, fragt sich ein wenig selbstkritisch der Autor beim Versuch zu genießen, was ist, fragt sich nur, was die Schönheit einer Herbstbacht für sich je ersetzen könnte, oder vermutlich fragt es sich nicht, wenn es da ist, macht aber was nicht ist für sich schöner und so gesehen, könnte alles obige genauso geistige Onanie sein wie gefühlte Wirklichkeit, fraglich nur, ob sie geteilt schöner wäre, oder frage ich lieber nicht, weil es nichts an dem ändert, was ist und es ja selten für uns darauf ankommt, wie es ist, sondern viel mehr, wie es uns scheint und wir uns dabei fühlen, warum es in manchen Nächten einfach besser ist, für sich zu bleiben.
jt 2.10.14i

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Sex in Berlin XV

Wie sieht die Realit des Sex in der Stadt aus, die sich für sexy hält und auch von vielen Menschen in aller Welt für eine der sexiesten Städte der Welt gehalten wird?

Nicht viel anders als überall wird die enttäuschende Antwort lauten, denn die Berliner selbst,  die trotz vieler Touristen, die in diesem Urlaubsstatus logisch mehr Sex haben, haben nicht mehr Sex als alle übrigen. Vielleicht sogar weniger, denn viele überleben nur irgendwie hier, was der Lust nicht unbedingt zuträglich ist und in den morgendlich gefüllten U-Bahnen, Straßen- und S-Bahnen wird nicht mehr gelächelt als an anderen Orten, wenn auch nicht ganz so verschlossen wie in Paris und noch bemühe ich mich gelegentlich, ein wenig die Quote zu heben, bin mir allerdings bewusst, wie wenig einer unter Millionen bewirken kann.

Berlin hat vermutlich unter den hier berufstätigen wie unter den nicht wenigen Untätigen auch nicht mehr Sex miteinander als etwa Wuppertal oder Seligenstadt im Durchschnitt - es wirkt nur mehr, weil es in der geballten Menge der Millionen, die für jede Leidenschaft einen Club haben und in der es auch an Bordellen noch nicht mangelt, dahingestellt was dies mit gutem Sex überhaupt zutun haben kann.

Habe ja nur meine geringen Erfahrungen aus denen ich schließen kann, was hinter den Vorhängen passiert, aber es scheint nicht aufregender als in anderen Ecken zu sein und unter den Bewohnern herrscht nur auch gegenüber dem außergewöhnlichen eine gewisse Gelassenheit, weil es sich ja so wohl für einen Weltstädter gehört und was wären wir eigentlich noch immer piefigen Berliner, die nur viele Dörfer in ihren Kiezen bewohnen, lieber als weltstädtisch und ein wenig mondän in der Wirkung und darum ist alles locker und wenig besonders. Logisch bemühen sich infolge alle einander im außergewöhnlichen noch zu übertreffen, auch wenn sich im näheren Gespräch feststellen lässt, egal ob sie sich am Wochenende oder auch mal so in Lack und Leder zwängen, die Peitsche schwingen oder gefesselt sind - im Grunde sind sie alle auch gerne kleine Reinickendorfer oder Pankower oder eher lieber verschwiegen Marzahner mit Kleingarten und so unterhalten sie sich nur mit zu beeindruckenden Zuhörern viel über Sex, untereinander geht es auch bei den regelmäßgien Besuchern der heißesten Clubs und Etablissements um wenig anderes als bei denen im Karnickelzuchtverein oder in der Laube mit Gärtchen.

Wir hier, wenn ich mit meinen nur 14 Jahren hier überhaupt mal wir sagen darf, nicht immer nur ein Zugereister bleibe, was auch Recht ist, dann beobachtet sich besser als mit voller Teilnahme, aber egal, sind im Alltag weniger auf Sex bedacht als viele Besucher vermuten und vermutlich passiert auch nicht mehr und die große Geschichte um das Paar in der U-Bahn hat eher Marketinggründe als einen realen Bezug, vermutlich waren es sogar Touristen.

Kann von keinen wilden und ultimativen Sex Erfahrungen mit der Berlinerin erzählen - so leicht sind die Eingeborenen ja auch nicht kennenzulernen und wer ist das schon noch in Kiezen, die einen Austausch von 80% und mehr hatten - könnte eher das Gegenteil berichten, aber lasse es lieber, da solche Auswahl doch immer eher zufällig und beschränkt ist, schweige also lieber und beobachte und es fällt mir eher weniger unter den Eingeborenen auf, als an anderen Orten.

Bei den Zugereisten und Touristen mag das anders sein, da sie viele sind, könnte der Anschein täuschen, aber es kann auch dahinstehen, wo viele sind, gibt es eben auch häufiger Sex und hier sind ja immer so einige unterwegs. Gemessen an der Zahl kan ich mit Sicherheit für mich sagen, der Sex mit Touristen oder Zugereisten ist ungefähr zehnmal häufiger, aber diese Aussage ist ohne jeden statistischen Wert, denn wo kämen wir hin, wenn wir nun meinten der meiste und heißeste Sex in Deutschland käme aus Hamburg oder Kiel - was eben absurd ist und bleibt, vermutlich durch ernsthafte Studien schnell widerlegt werden könnte. Von den Geschichten, die mir zu Ohren kamen, soll sogar das Schwaben Mekka Stuttgart eine höchst leidenschaftliche und variantenreiche Stadt in der Beziehung sein, aber vermutlich stammt das auch nur aus dem beschränkten Horizont derer, die dort eben nicht arbeiteten, sondern sich zu häufigerem Sex eignenden Art und Weise befanden.

Will ja nicht sagen, die Berliner hätten weniger Sex oder seien prüde, wie käme ich dazu, nie wollten sie das und bemühen sich gern das Gegenteil zu beweisen aber in eben diesem Bemühen unterscheiden sie sich von den anderen, die nicht ständig alles tun müssen, cool zu bleiben und nicht beeindrucken, auch wenn sie im Ergebnis weder cool sind, noch viel daraus wird. So heißt ja Berliner Schnauze auch viel davor, um das nix dahinter zu kaschieren und ich persönlich habe nie langweiligeres erlebt als die Berlinerin, die sich viel um nichts ziert, aber das ist nur ein winziger Ausschnitt ohne Anspruch auf irgendwie Verbindlichkeit. Lustig nur, wie gut dies Bild zu dem passt, was Fontane schon vor hundert Jahren von den Märkern zeichnete, die er großmäulig für nichts nannte, solange sie sich für das wenige loben könnten, sein sie zufrieden mit der Welt und täten dies gern, was bis heute passt. Aber sicher hat auch die Berlinerin den wilden und ausgelassenen Sex, den sie für ihre Stadt für total normal hält, nur ich weiß halt nicht wann und wo.

Hierbei ist auch zwischen West und Ost zu unterscheiden. Auch wenn sich beide im viel Lärm um nichts wenig unterscheiden, zumindest in der kleinem Gruppe, die Fontane und ich kennenlernten, passiert im Osten zumindest etwas. Wie die Frauen, die in der DDR geprägt wurden, überhaupt ein natürlicheres Verhältnis zur Sexualität und ihrer Freude daran haben, was allerdings bei der typischen Berlinerin nur zur sachlichen Abhandlung mit gewohnter Selbstgewissheit führt, nicht jedoch zu mehr Sinnlichkeit. Von dieser weiß ich auch nach vierzehn Jahren in Berlin nicht, ob die Berlinerin weiß, wie sie geschrieben wird oder wie sie vor sich buchstabiert werden sollte, um sie zur Realität zu machen.

Nun, langer Rede kurzer Sinn, von innen betrachtet scheint mir Berlin weniger Sexy als andere Städte, die ich aber eben auch als Tourist nur wenn betrachte und damit immer großzügiger - vermutlich ist dies auch eine immer persönliche Sicht der Dinge. Manche sind der Überzeugung Köln sei, besonders im Karneval die erotischste Stadt in Deutschland, mir vergeht schon der Gedanke daran, wenn ich die Eingeborenen in ihrer selbstgerechten Art davon reden höre. So geht es mir noch mehr mit den Münchnern, auch wenn ich mit den Damen von aus beiden Orten,  umgekehrt positive Erfahrungen gemacht habe und es darum eher auf meine Abneigung gegen diese Oktoberfeststimmung zurückführe während umgekehrt, das,sich angemacht fühlen, wenn eine Norddeutsche nur den Mund aufmacht, auch persönlich geprägt sein kann.

Manche fühlen sich vom sächsischen oder thüringischen abgestoßen, mag die Sprecherin auch noch so schön sein, da bin ich erstaunlich genug viel toleranter als gegenüber denen aus der Kurpfalz, auch wenn ich lange dort lebte und teils schönste Erfahrungen machte, so dass es scheinen könnte, als bestünde doch kein Zusammenhang zwischen regionalem Dialekt und Sinnlichkeit. Andererseits vergeht mir alles, wenn ich eine im saarländischen Singsang schwätzen höre, was meines Wissens keinen persönlichen Bezug zur Biografie hat.

Auch wenn ich weiß und jeder es lesen kann, wie sehr Goethe hessisch babbelte, scheint mir doch starker Dialekt der sinnlichen Nähe oft eher hinderlich. Andererseits gibt es unerklärliche Auslöser, die umgekehrt wirken. Schwäbisch ist mir eigentlich fremd, die Sueben ein Stamm, zu dem ich keine innere Beziehung habe und dennoch wirkt deren Melodie sinnlicher als die um Heidelberg gesprochene auf mich, wo ich immerhin 14 Jahre lebte und manch schöne Erinnerung an Lust und Liebe dort habe.  Oder vielleicht liegt es mir so fern weil und nicht obwohl.

Manche fühlen sich durch exotische Frauen oder Männer angezogen, ich nicht, eher im Gegenteil. Meine Mutter ist, wie ich auch, in Bremen geboren, der dortige Klang löst bei mir schönste sinnliche Empfindungen aus, obwohl ich keinerlei ödipale Neigung habe, dort nur mein erstes Jahr verbrachte und später nur noch Besucher in den Ferien war. Vielleicht ist letzteres auch Grund genug, dass ich nur hören muss, eine Frau kommt aus Bremen, um mit den Hufen zu scharren. Vernünftige Gründe dafür kann ich leider nicht anführen, auch wenn es mir ganz objektiv scheint, dass die Hanseatin die anziehendste Frau ist, oder die Friesin ganz logisch, ohne dafür übermäßig viel praktische Erfahrung anführen zu können.

Berlin und Heidelberg, wo ich den größten Teil meines Lebens verbrachte, scheint mir von Wesen und Dialekt her am wenigsten anziehend, was wirken könnte, als läge mir der sinnliche Genuss lieber fern, was nun wirklich nicht so ist. Meine längste Beziehung führte ich mit einer in München geborenen Norddeutschen, einer überaus sinnlichen Frau, zumindest wenn ihr danach war und vermutlich noch mehr, wo keine Beziehung besteht.

Habe noch keinen gültigen Schluss auf das Wesen der Erotik ziehen können. Nicht mal beim Typ bin ich mir noch sicher. Während ganz früher meine Sandkastenliebe Katja das Ideal einer Frau darstellte, war es danach, auch von Thomas Mann geprägt, die blonde Norddeutsche und ob nun Lübeck oder Bremen war dabei weniger wichtig.

Eigentlich zählt ja nur der Geist, für das was verbindet, dachte ich ab vierzig und ahnte es mit manchmal schlechtem Gewissen schon vorher, eigentlich - was immer noch blieb von dem, was den Geist ausmacht. So neigte ich mich zeitweise bevorzugt Buchhändlerinnen und Bibliothekarinnen zu, bis ich feststellte, die Verwalter der geliebten Geister müssen diesen nicht notwendig tragen und haben, bei aller Liebe, eine oft sachliche Beziehung zum Buch und weniger zu seinem Inhalt, jede Ausnahme bestätigt die Regel.

Seit ich aufgehört habe, mir Gedanken über Typen zu machen und genieße, wie es eben kommt, hat sich die Bandbreite des möglichen Genusses erhöht und dennoch folge ich noch der immer Neigung, die Haarfarbe ist mir relativ egal, solange , die Bildung und der Hintergrund relativ in Beziehung zur Erscheinung wichtiger.

Warum mir die kulturell verschlafenen Städtchen im Norden reizvoller erscheinen in Fragen der Sinnlichkeit ihrer Bewohner, weiß ich nicht. Zumindest muss ich bemerken, mein Urteil über Sex in Berlin hat ziemlich wenig sachliches Fundament, auch die Sehnsucht nach denen aus dem Norden hat dies nicht, wie so vieles und so überleben wir weiter, wo wir gerade sind und sehnen uns danach, was uns fern liegt, dahingestellt, ob dies sinnvoll ist, könnte es die einzig realistische Basis für Verse zum Thema sein. Kapituliere also vor den Worten, beuge mich der Neigung und werde in entsprechender einfach weiter machen, wer weiß schon heute, was sich morgen findet.
jt 1.10.14